Sonntag, August 14, 2022
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Neue Technologie: Verkehrssteuerung aus der Luft – mit Drohnen

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In anderen europäischen Ländern sind sie seit Jahren im Einsatz: Drohnen zur Verkehrsüberwachung. In Deutschland kommt es bisher nur in Brandenburg zum Einsatz.

2019 flog erstmals eine Drohne über die A12 und dokumentierte die Abstände zwischen den Fahrzeugen. Anfangs waren Einsätze selten, inzwischen werden solche Kontrollen monatlich durchgeführt – mit Erfolg, wie Pressesprecher Roland Kamenz von der Polizeidirektion Ost Frankfurt (Oder) berichtet.

„Auf diesem Abschnitt hatten wir in der Vergangenheit schon schwere Verkehrsunfälle, oft wegen Nichteinhaltung des Abstands.“ Seit die Polizei mit Drohnen kontrolliert, sei die Zahl der Verstöße zurückgegangen, während die Abstandsregeln gestiegen seien, stellt er zufrieden fest.

Obwohl die Nachricht von den Luftkontrollen die Lkw-Fahrer schnell per Funk erreicht, werden die Abstände seither nicht mehr nur an den Kontrolltagen eingehalten, sagt Kamenz.

Kontrollen funktionieren so: Kollegen der Bereitschaftspolizei messen in der Luft und informieren im Falle eines Verstoßes die Kollegen per Funk über das Einsatzfahrzeug oder Motorrad. Es wird sofort sanktioniert, nicht erst nach Wochen. Der „Bildungswert“ der Kontrollen sei deutlich höher, sagt Kamenz.

Messungen aus der Luft sind genauer als die aus dem Videoauto. Anhand der Fahrspuren wird die Distanz exakt dokumentiert. Bei der Einführung der neuen Technik kooperierte die Polizei mit dem Bußgeldamt und dem zuständigen Amtsgericht entlang des Kontrollbereichs. Nach knapp zwei Jahren ist das Fazit eindeutig: Die Kontrollen greifen und wirken wie gewünscht.

Davon ist auch das Nachbarland Polen überzeugt. Anders als in Deutschland, wo die neue Technik vor allem aus Datenschutzgründen zu wenig genutzt wird, werde die polnische Polizei seit etwa einem Jahr landesweit mit Drohnen ausgestattet und trainiert, sagt Robert Opas von der Hauptwache der Polizei Warschau.

In den vergangenen acht Monaten wurden rund 3.500 Verstöße sanktioniert. Der Einsatz von Drohnen in der Verkehrsüberwachung ist in Polen vielfältig. Neben der Abstandsmessung werden auch Rotlichtverstöße, das Überfahren von durchgezogenen Linien, das Missachten von Stoppschildern, das Überholen an Fußgängerüberwegen, das Telefonieren während der Fahrt und illegale Autorennen geahndet.

„Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Fußgängersicherheit“, sagt Opas. Kontrollen werden daher in der Regel auf stark befahrenen Autobahnen und Kreuzungen durchgeführt.

Wie in Deutschland fangen Kollegen in Polen Autofahrer unmittelbar nach der Tat ab. Sie seien oft überrascht, sagt Opa, aber nach der Konfrontation mit dem unverwechselbaren Videomaterial hätten sie nichts mehr zu ertragen.

In Deutschland werden Drohnen hauptsächlich zur Suche nach vermissten Personen oder zur Dokumentation von Unfällen eingesetzt, nicht aber zur Verkehrsüberwachung. Das bayerische Innenministerium verfolgt jedoch mit Interesse die Arbeit der Kollegen in Brandenburg und prüft mögliche Anwendungsfelder in diesem Bereich.

Probleme gibt es nach wie vor bei der gerichtsverwertbaren Beweisführung und beim Auslesen von Nummernschildern aus der Luft. Der ADAC sieht zwar Vorteile im vielseitigen Einsatz von Drohnen in der Verkehrsüberwachung, warnt aber vor einer unbegründeten Überwachung:

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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