Samstag, Mai 21, 2022
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Sie sagen aus dem gleichen Grund nein zu den Bayern

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Die beiden größten Stars gehen. Das stellt Bayern und Dortmund vor Probleme. Für die Bundesliga ist das aber vor allem eines: gut.

Erling Haaland und Robert Lewandowski: Sie sind die größten Stars der Bundesliga – und beide stehen vor dem Abschied.

Haaland wechselt im Sommer von Borussia Dortmund zu Manchester City, Lewandowski verlässt den FC Bayern spätestens 2023 – zum FC Barcelona.

Es tut Fußballfans weh, weil man solche Spieler nicht jeden Tag sieht, und es nimmt sicherlich den Glanz.

Aber für die Bundesliga mag das überraschend klingen, aber vor allem eines: gut.

Zumal Lewandowski so gut wie nie verletzt war.

Der Weltfußballer hat sich offenbar gegen einen Verbleib beim FC Bayern, Haaland gegen einen Wechsel nach München entschieden. Ich denke, dass für beide der gleiche Grund zu ihren jeweiligen Entscheidungen beigetragen hat.

Beide haben sich gegen die Bayern entschieden, weil sie den großen Reiz verspüren, etwas Besonderes zu leisten.

Natürlich mit unterschiedlichen Vorzeichen: Lewandowski hat alles gewonnen und abgeräumt, was beim FC Bayern möglich ist – vom Champions-League-Titel bis zur persönlichen Weltfußballer-Auszeichnung. Also alles, was Haaland noch erreichen will.

Der Anreiz ist für beide gleich.

Trotz Milliardenausgaben allein für Ablösesummen in den letzten Jahren hat Manchester City die Champions League noch nicht gewonnen. Haaland kann also zum Helden werden, wenn er sich als der Baustein entpuppt, der bisher gefehlt hat.

Der FC Barcelona hat mit einem enttäuschenden Abschneiden im Europapokal einen Absturz hinter sich, mittlerweile nur noch einen neunten Platz in der Liga und den finanziellen Beinahe-Zusammenbruch. Gelingt nach einem Aufstieg in der Liga die endgültige Wiederauferstehung mit Lewandowski, kann er den Verein womöglich in Sphären heben, wo er zuletzt mit Lionel Messi war.

Bayern? Real Madrid? FC Liverpool? Die Klubs haben in den letzten Jahren alle die Champions League gewonnen. Das ist schwer zu toppen. Bei beiden spielt natürlich auch das finanziell unglaublich attraktive Angebot eine Rolle. Aber man muss auch sehen, wo die Herausforderung hinpasst.

Dortmund kann sich schon länger auf einen Abgang von Haaland einstellen, der Wechselwunsch von Lewandowski kommt nicht mehr ganz überraschend.

Ich habe im Februar geschrieben: „Wenn die Bayern nicht versuchen, den Vertrag zu verlängern, ist das die schlechteste Entscheidung der Vereinsgeschichte.“

Ich war 2002 auch 33 Jahre alt, als sich die Bayern entschieden haben, den viel jüngeren Michael Ballack für das Mittelfeld zu verpflichten. Ich habe auch nicht gejammert oder mich darüber beschwert. Es geht um den Verein, nicht um einen Spieler.

Deshalb kann ich die wachsende Kritik der Verantwortlichen und insbesondere von Hasan Salihamidzic nicht nachvollziehen. Es ist Polemik – und nichts weiter als Schlagzeilen zu machen.

Ich denke sogar, dass das Modell des FC Bayern, nur Spielern über 30 Verträge für das eine oder andere Jahr zu geben, Schule machen wird. Zumal die Topklubs für Spieler in diesem Alter meist nicht anstehen. Bei Lewandowski besteht eine solche Aussicht beim FC Barcelona, ​​bei den Dortmundern Marco Reus und Mats Hummels dagegen nicht mehr.

Der Fall Lewandowski ist mit der Äußerung des Wechselwunsches freilich noch nicht gelöst. Der FC Bayern muss sich nun entscheiden, ob er nachgibt und womöglich weitere 30 Millionen Euro Ablöse kassiert – oder ob er Lewandowski bis zum Vertragsende behält und noch eine Saison zusammen spielt.

Ich persönlich hoffe, dass die Verantwortlichen Wort halten.

CEO Oliver Kahn sagte vor einigen Wochen in einem Interview mit Prime Video: „Wir wären dumm, einen Spieler zu verkaufen, der 30 bis 40 Tore pro Saison erzielt. […] Er hat einen Vertrag bis Juni 2023 und wir werden ihn auf jeden Fall für eine weitere Saison bei uns haben.“

Auch der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte: „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass Robert Lewandowski in der nächsten Saison beim FC Bayern spielen wird. Weil er einen Vertrag hat. Ganz einfach.“

Und gerade heute bestätigte Bayern-Präsident Herbert Hainer gegenüber „Merkur“ und „tz“: „Robert Lewandowski hat beim FC Bayern einen Vertrag bis 30. Juni 2023. Und er wird ihn erfüllen.“

Ich muss klar sagen: Es wäre fatal, wenn die Bayern ihn jetzt verkaufen würden. Der Sport sollte immer im Mittelpunkt stehen. Gerade nach dieser Saison, in der die Bayern die Tore verpasst haben, ist die kommende Spielzeit enorm wichtig.

Vor allem für Trainer Julian Nagelsmann. Unzufriedenheitsmeldungen von Spielern, auch von Lewandowski, müssen von allen Beteiligten sehr ernst genommen werden. Gefährlich sind sie gerade im Hinblick auf die kommende Saison, das im Verein vorherrschende Gemurre ist gefährlich. Wenn die Bayern zum Saisonstart nicht gleich liefern, wird es für einen Trainer schnell eng. Ohne Lewandowski kann das besonders schnell passieren.

Die Bayern müssen also Zeit gewinnen, sich zu orientieren und den richtigen Nachfolger zu finden. An dieser Stelle habe ich bereits Leverkusens Patrik Schick geholt, den auch Dortmund im Auge behält. Ich gehe aber davon aus, dass sein Klub ihn diesen Sommer definitiv nicht gehen lassen wird, er also frühestens im nächsten Jahr wechseln könnte.

Das würde auch darauf hindeuten, dass die Bayern Lewandowski bis 2023 halten.

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