Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartSPORTSoziale Solidarität: Gutes tun und nicht nur darüber reden

Soziale Solidarität: Gutes tun und nicht nur darüber reden

- Anzeige -

Offen und unterstützend – so zeigt man sich heutzutage gerne in den sozialen Medien. Sind sie nur Worte und Selbstdarstellung oder sind sie die Grundlage für echtes Engagement?

Offen, unterstützend und bewusst: So zeigt man sich heute gerne auf Instagram, Facebook und Co. Aber ist diese Schaufenster-Solidarität nur Mode und Selbstporträt? „Nein“, sagt Christian Gürtler.

Der Medienwissenschaftler und Ethiker von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist überzeugt, dass Solidaritätsbekundungen im Netz auch konkrete Taten nach sich ziehen.

Offensichtlich gibt es nur ein Like, ein Share oder einen Kommentar.

Caritas International weist auch darauf hin, dass in der Vergangenheit gerade bei großen Krisen und Katastrophen, die von den Medien vertuscht wurden, die Teilnahme auf den Social-Media-Kanälen mit sehr hohen Spendengeldern einherging.

Aus Sicht der Not- und Katastrophenhilfe führen Solidaritätsbekundungen im World Wide Web oft zu echter Solidarität. Mit anderen Worten: Aus der anfänglichen Sorge wird ein konkretes Commitment.

Ähnliches berichtet Ulrich Lilie. Der Präsident der Diakonie Deutschland betont: „Ich sehe gerade bei jungen Menschen eine große Aufgeschlossenheit für die Nöte ihrer Mitmenschen oder für die großen Probleme unserer Zeit, wie den menschengemachten Klimawandel. Hier sprechen junge Menschen nicht nur, sie sprechen auch.“ handeln“ .

Ein mediatisierter Alltag ist jedoch noch lange kein idiotensicherer Erfolg für mehr Bewusstsein und Engagement. Denn das Bewusstsein für globale Krisen und Herausforderungen ist in letzter Zeit überlastet.

Christian Gürtler betont: „Für einen besseren Zugang zu Trinkwasser in Afrika? Gegen das Leid in der Ukraine? Du weißt gar nicht, wofür und wofür du zuerst kämpfen sollst.“ Diese wachsende Überlastung führt immer mehr zum Rückzug.

Um das Bewusstsein für eine globale Herausforderung oder eine humanitäre Krise zu schärfen, sind außerdem angemessene öffentliche Aufmerksamkeit und Mitspracherechte erforderlich. „Damit Solidaritätsbewegungen entstehen, muss ein Thema erst einmal im Trend liegen, und das ist bei vielen globalen oder Entwicklungsländerproblemen einfach nicht der Fall“, gibt Gürtler zu bedenken.

Daher ist es für den Ethik- und Medienwissenschaftler in erster Linie wichtig, dass Menschen sich um die Dinge kümmern. „Also“, fasst er zusammen, „haben wir schon viel gewonnen“.

Soziale Medien sind in dieser Hinsicht nützlich. Das betont auch Caritas International: Die Flagge der Ukraine in ihrem Profil oder der Ausdruck ihrer Sorge um den fortschreitenden Klimawandel und seine Folgen – all dies ist immer nur der erste Schritt zu einem langfristigen Engagement.

Dennoch: „Wir erleben einen psychologischen Effekt ähnlich dem einer Spende“, sagt Christian Gürtler.

Und noch einmal: „Natürlich ist ein weiterer Schritt nötig, bevor man konkret handeln kann, aber der erste ist mit einem Like oder Share erledigt.“

Auch Ulrich Lilie befürwortet diesen weiteren Schritt: „Ehrenamtliches Engagement ist unverzichtbar und: es lohnt und bereichert – teilweise ein Leben lang. Dabei soll das gemeinsame Lernen möglich werden – und nicht nur das Ideal. Es soll so selbstverständlich und attraktiv sein.“ mögliche Bevölkerung. Und darauf sollten wir all unsere Bemühungen und Debatten konzentrieren.“

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare