Donnerstag, Februar 2, 2023
StartSPORTStart der Australian Open: Vergeben und vergessen? Djokovic ist zurück

Start der Australian Open: Vergeben und vergessen? Djokovic ist zurück

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Der Skandal um den ungeimpften Novak Djokovic hallt seit langem nach. Ein Jahr später scheint der serbische Superstar wieder in Australien willkommen zu sein.

Melbourne hat Tennis schon immer geliebt. In der pulsierenden Millionenmetropole an der Südküste Australiens lebt ein bunter Mix unterschiedlicher Kulturen von Einwanderern und Einheimischen, die Jahr für Jahr gemeinsam mit tausenden Touristen aus aller Welt das sportliche Großereignis des australischen Sommers feiern.

Besonders beliebt ist Australien als Reiseziel für Asiaten und Melbourne ist für Deutsche so etwas wie Mallorca. Viele opfern ihren Jahresurlaub, um die Australian Open zu besuchen. Aber Melbournes Liebe zum Tennis wurde in den letzten zwei Jahren der Pandemie auf die Probe gestellt. Und es bleibt abzuwarten, wie weit sich diese Beziehung in den nächsten Wochen erholt hat.

Melbourne erlebte 2021 mit 262 Tagen den längsten Lockdown der Welt. Und während die Bewohner monatelang isoliert, einige von ihren Familien abgeschnitten waren, konnten Tennisprofis aus aller Welt und ihr Gefolge ohne Publikum an einem Turnier teilnehmen. Schon damals schlug die Beziehung ihren ersten Riss.

Wieder einmal schien es Sonderrechte für Tennisstars zu geben, viele Melbourner waren sauer. Doch nach tagelangem Gerichtsstreit, politischem Streit und hitzigen Debatten wurde der ungeimpfte amtierende Champion des Landes verwiesen.

Der Vorfall hallte lange nach. Die Tatsache, dass Djokovic sich als Person sowieso polarisiert hat, hat der Sache nicht geholfen. Der 34-Jährige ist seit einigen Wochen im Ruhestand. Er gewann im Sommer Wimbledon, durfte aber ohne Impfung nicht bei den US Open in New York spielen. Djokovic verlor seinen ersten Platz.

Jetzt, ein Jahr später, auf der anderen Seite der Welt, scheint es, als wäre nie etwas passiert. Djokovics mehrjährige Einreisesperre aufgehoben, Australien heißt alle wieder willkommen. Bei den Australian Open wurde auf die Corona-Testpflicht verzichtet, auch infizierte Spieler können teilnehmen.

Und Turnierdirektor Craig Tiley hat seinen Posten seit dem Skandal erfolgreich verteidigt, der 61-jährige Südafrikaner bleibt einer der mächtigsten Männer im Tennis und ein enger Freund von Djokovic.

Und so stellte Tiley schnell klar, dass Ausbuhen des serbischen Superstars im Turnier nicht geduldet würden. „Wenn sie die Unterhaltung anderer Leute stören, sind sie raus“, zitiert Herald Sun: „

Die Kritik war groß, auch unter Spielern. Schließlich sollte den Fans nicht gesagt werden, wen sie anfeuern und wen sie ausbuhen sollen. Das ist nur ein Teil des Sports. Djokovic wurde während eines Benefizspiels in der Rod Laver Arena bejubelt, aber das könnte sich am Dienstag ändern. Wie viele Menschen in Melbourne nicht vergessen haben, haben einige nicht einmal vergeben.

Djokovic betont, dass er damals nichts falsch gemacht habe. Sein Visum wurde nur widerrufen, weil befürchtet wurde, dass es im Land Anti-Impf-Stimmungen schüren könnte.

Melbourne steckt noch mitten in einer Corona-Welle, Anwohner und Virologen machen sich Sorgen, was ihnen nach der ausgelassenen Tennisparty bevorstehen könnte. Und Djokovic, auf dem Weg zu seinem 22. Grand-Slam-Titel, ist für viele der Inbegriff von Regelbrechern. Der Beziehungsstatus bleibt vorerst offen.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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