Donnerstag, August 11, 2022
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Streaming-Dienste: Serien-Junkies müssen mehr bezahlen

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Ist es Inflation? Oder gibt es andere Gründe für die höheren Tarife, die einige Streaming-Anbieter ihren Kunden berechnen?

Die Preise steigen, auch für Streaming-Dienste. Amazon hat vor wenigen Tagen mit einer Gebührenerhöhung seines Prime-Angebots, das auch den Streaming-Dienst umfasst, für Aufsehen gesorgt. Es kostet jetzt 89,90 Euro pro Jahr statt 69 Euro und 8,99 Euro pro Monat statt 7,99 Euro. Als Grund nannte Amazon auch die Inflation. Konkurrent Netflix hat in den vergangenen Jahren regelmäßig die Preise erhöht.

Doch während die Kunden es lange Zeit meist klaglos akzeptierten, kündigen nun immer mehr Menschen ihre Abos. Das sind Neuigkeiten für den Streaming-Pionier, der vor einem Vierteljahrhundert als Online-Videothek startete, bevor das kalifornische Unternehmen vor 15 Jahren auf Film-Streaming umstieg. Es war so erfolgreich, dass die Zahl der Abonnements über Jahre stetig anstieg.

Das änderte sich zu Beginn der Corona-Pandemie, als sich aufgrund fehlender Ausgehmöglichkeiten immer mehr Nutzer für einen Streaming-Dienst und viele für Netflix entschieden.

Zwei Quartale lang sank sie jedoch weltweit auf 220,7 Millionen, wenn auch weniger stark als von Netflix zunächst prognostiziert. Das dürfte auch am Erfolg der vierten Staffel von „Stranger Things“ liegen.

Einer der Gründe für den Rückgang der Kundenzahl sei deren wirtschaftliche Situation in den vergangenen Monaten, sagt Elias Halbig. Der Portfoliomanager der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment sagt im Gespräch mit ZDFheute:

Das gute Wetter in den letzten Monaten hat diese Entscheidung wahrscheinlich noch leichter gemacht, nachdem viele während der Pandemie ihre Häuser kaum verlassen haben.

Hinzu kommt eine wachsende Konkurrenz wie Disney Plus, Amazon Prime oder Warner Bros. Discovery, kürzlich fusioniert von HBO Max und Discovery Plus.Außerdem haben Medienunternehmen erkannt, dass sie ohne einen Streaming-Dienst nicht für die Zukunft gerüstet sind.

Netflix machte mit seinem Angebot Gewinn: Im zweiten Quartal waren es satte 1,4 Milliarden Dollar. Konkurrent Disney Plus (rund 138 Millionen Abos) macht mit seinem Streaming-Angebot noch Verluste. Allerdings hat das Unternehmen, das die zahlreichen von ihm produzierten Filme und Serien anbietet – darunter neben den zahlreichen Zeichentrickfilmen die Blockbuster Star Wars und Marvel – einen großen Vorteil: Neben Amazon Prime (mehr als 200 Millionen Abonnements) verfügt es über andere Quellen von I verdiene .

Mit zunehmender Konkurrenz wird auch ‚Content‘ immer wichtiger für den Erfolg eines Streaming-Anbieters: „Amazon Prime hat viel Geld für die ‚Herr der Ringe‘-Reihe ausgegeben“, sagt Halbig. Die erste Staffel mit acht Folgen à 50 Minuten soll satte 465 Millionen US-Dollar gekostet haben.

Amazon kann es sich aufgrund der anhaltend guten Geschäfte in seinen anderen Geschäftsbereichen leisten. Außerdem ist das Streaming-Angebot nur eine von vielen Leistungen des „Prime“-Bundles, zum Beispiel neben dem schnellsten und meist kostenlosen Warenversand.

Vergleicht man die verschiedenen Dienste, die wohl immer mehr Kunden aus wirtschaftlichen Gründen in Anspruch nehmen dürften, sei Disney Plus eher ein Streaming-Angebot für die ganze Familie, sagt Arne Düsterhoft, Telekommunikationsexperte beim Verbraucherportal Finanztip. Ein Image, das Disney zu verwerfen versucht.

Neben Disney Plus ist Wow, ehemals Sky Ticket, ein weiterer wichtiger Wettbewerber. Klein aber fein – so versucht sich Apple TV Plus zu präsentieren. Es biete nur eine kleine Auswahl an Filmen, diese seien aber von hoher Qualität, sagt Düsterhoft. Ein Zeichen: Apple hat als erster Streaming-Anbieter in diesem Jahr für „Coda“ den Oscar für den besten Film gewonnen.

Dass die Situation einzelner Anbieter schwieriger geworden ist, zeigt vor allem eine Überlegung: Sowohl Netflix als auch Amazon prüfen derzeit werbefinanzierte Angebote. Für Netflix würde das einen Tabubruch bedeuten. Denn als das Unternehmen seinen Streaming-Dienst startete, definierte es sich als werbefreie Alternative zum Fernsehen.

Große Unternehmen sollten laut Portfoliomanager Halbig aber langfristig wettbewerbsfähig sein. Aber er ist überzeugt:

Apple könnte mit seinem kleinen Streaming-Angebot weiter eine Rolle spielen, sagt er, allein schon wegen der Finanzkraft des Unternehmens.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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