Sonntag, Januar 23, 2022
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Tennis-Ikone Stich kritisiert Djokovic "Kein Spieler ist größer als der Sport selbst"

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Im Welttennis gibt es derzeit nur ein Thema: den Auftritt von Novak Djokovic vor den Australian Open. Über die anderen Spieler spricht kaum jemand. Das ärgert Ex-Wimbledon-Champion Michael Stich.

Spielt Novak Djokovic oder nicht? Das ist die große Frage vor den Australian Open. Auch nach gut einer Woche ist der Spuk um die Teilnahme des Weltranglisten-Ersten am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch nicht beendet (Lesen Sie hier noch einmal die ganze Chronologie des „Falls Djokovic“.).

Vier Tage vor Turnierbeginn hält sich der Serbe noch in Melbourne auf, bereitet sich auf seinen umstrittenen Start bei den Australian Open vor und wurde bereits zu seinem Eröffnungsgegner gezogen. Doch hinter dem Start der aktuellen Nummer eins der Welt steht noch ein großes Fragezeichen.

Der riesige Strudel geht weiter und das erste Grand-Slam-Turnier 2022 wird bereits von der politischen Thematik überschattet. Die Regierung von Down Under hat am Donnerstag die Entscheidung, dem 34-jährigen Serben die Aufenthaltserlaubnis zu entziehen, erneut verschoben. Und während die Ausweisung aus Australien androht, wird das Unverständnis in der Tennisszene immer lauter.

Neben zahlreichen aktiven Profis meldet sich nun auch die deutsche Tennis-Ikone Michael Stich zu Wort. Der Wimbledon-Sieger von 1991 stört sich daran, dass in der Öffentlichkeit fast nur über Djokovic gesprochen wird und die meisten anderen Spieler vor Beginn der Australian Open kaum in den Medien präsent sind. „Das ist der große Fehler: Die Welt redet nicht über Tennis, sie redet über Novak Djokovic. Das sind zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe“, sagte der 53-Jährige dem „Spiegel“.

Stich äußerte in diesem Zusammenhang „Unverständnis für das Vorgehen Djokovics, aber auch Unverständnis dafür, wie die Verantwortlichen agieren“. Damit meint er den Veranstalter Tennis Australia, den australischen Bundesstaat Victoria, die australischen Bundesbehörden und die Spielergewerkschaft ATP. „Grundsätzlich Unverständnis für das Handeln aller Beteiligten“, präzisierte Stich. Es gebe so viele „Widersprüchlichkeiten“, dass man nicht umhin komme, „zu interpretieren, statt sich auf Tatsachen zu stützen“.

Er erwähnte ausdrücklich die Einreisebestimmungen für das Turnier in Australien. „Die Regeln, wer teilnehmen darf und wer nicht, waren offensichtlich nicht klar genug. Hätte es ganz klare Regeln gegeben, dass nur geimpfte Spieler teilnehmen dürfen, wäre die ganze Debatte nicht geführt worden“, sagte Stich und fügte hinzu: „Und wenn so gab es einmal klare regeln wie die frist 10. dezember, bis zu der jeder seine ausnahmeanträge melden musste, dann wurden sie verwässert.“ Mittlerweile sei die Geschichte so politisiert, dass „Respekt vor allen anderen Profis“ sei verloren.

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass die heutige Generation so rekordverdächtig ist, dass man aufpassen muss, nicht zu vergessen, dass kein Spieler größer ist als der Sport selbst“, so Stich weiter. Auch fiel es ihm schwer, den Aussagen des Serben im Zusammenhang mit seinen coronabedingten Einreiseproblemen Glauben zu schenken.

„Natürlich ist es möglich, dass ein Mitarbeiter die falsche Wahl trifft. Aber gerade jetzt, in Zeiten von Corona, sollte so etwas nicht passieren. Die Aussage, er habe keine Symptome und sei zum Vorstellungsgespräch gekommen, um den Journalisten nicht zu enttäuschen.“ „Das halte ich ehrlich gesagt nicht für glaubwürdig – und die Person von Djokovic ist auch nicht entsprechend“, erklärte Stich.

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