Freitag, Juni 24, 2022
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Testspiel heute live im ZDF: Luxusproblem im DFB-Tor der Frauen

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Merle Frohms führt im Duell mit Almuth Schult um den Platz im Tor des deutschen Frauenfußballs. Es wird auch erwartet, dass er an der Generalprobe der Emerging Markets gegen die Schweiz teilnimmt.

Merle Frohms, Almuth Schult und Ann-Katrin Berger sind beim Training im Adi-Dassler-Stadion in Herzogenaurach gut zu erkennen. Deutsche Torhüter tragen keine mintgrünen Trikots wie Feldspieler, sondern grasgrüne.

Beobachter könnten fast auf den Gedanken kommen, dass sich dahinter eine Tarnfarbe verbirgt. Die Damenauswahl hat wie die Herrenmannschaft für diese Position einiges vorzuweisen – und damit ein Luxusproblem.

Torhüter Frohms leistete mit dem Sprung auf Platz drei in der Champions League der Bundesliga einen entscheidenden Beitrag für Eintracht Frankfurt. Almuth Schult verhalf dem VfL Wolfsburg im Mittellandkanal zum Doppelpack.

Der meinungsstärksten Persönlichkeit unter den DFB-Frauen wird derweil die im Vergleich zum Konkurrenten deutlich größere internationale Erfahrung nicht viel anhaben: Frohms bleibt die Nummer eins. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat seit Ende Mai deutlich gemacht.

Die 27-jährige Frohms bestreitet am Freitag in Erfurt (ab 17 Uhr live im ZDF) ihr 27. Länderspiel bei der EM-Generalprobe gegen die Schweiz.

Schult muss am Transfer knabbern, was am Medientag im DFB-Team deutlich zu hören war. „Ich habe es auch sehr kurzfristig erfahren, ich war damals nicht vorbereitet, aber das ist okay“, sagte der 31-Jährige. „Der Trainer sieht darin im Moment seine bestmögliche Lösung.“

Allein dieser Zusatz verdeutlicht, wie sehr Schult noch auf einen Statuswechsel hofft. Dadurch nimmt der Druck auf Frohms nicht ab.

Es gibt jedoch keinen Streit zwischen den Posts. Im Gegenteil: Frohms und Schult haben sich aus ihrer vergangenen gemeinsamen Zeit in Wolfsburg sehr geschätzt. Obwohl sie völlig unterschiedliche Typen sind, haben sie sich oft privat gegenseitig unterstützt.

Vor vier Jahren wechselte Frohms, der Reserverolle überdrüssig, zum SC Freiburg, beerbt nun die Autostadt von Schult, der nach der EM in den USA spielte.

Grundsätzlich findet im Verein und in der Nationalmannschaft eine Wachablösung statt. Kapitänin Alexandra Popp bemerkte kürzlich, sie habe zu viel „viel Aufhebens“ um dieses Duell gemacht. Fakt ist aber, dass die deutsche Frauen-Nationalmannschaft fähige Torhüter brauchte, um Titel zu gewinnen.

Mit ihrer Athletik und Ausstrahlung setzten Silke Rottenberg und Nadine Angerer bei den WM-Triumphen 2003 und 2007 internationale Maßstäbe für sich selbst. Niemand sollte diese Messlatte für die Frohms anlegen, aber bei nüchterner Betrachtung ist ihre Vorliebe verständlich.

Trainer Voss-Tecklenburg hat sich in Absprache mit Torwarttrainer Michael Fuchs schnell bereit erklärt, seine Entwicklung in den vergangenen drei Jahren zu honorieren. Will der achtmalige Europameister in die Gruppe mit Dänemark (8. Juli), Spanien (12. Juli) und Finnland (16. Juli) aufsteigen, braucht es starke Unterstützung.

Es ist menschlich verständlich, dass Schult auf dieser Bühne nichts lieber gehabt hätte, als Zwillinge zu haben. Etwas schade ist nur, dass er seinen im April versprochenen Einsatz im WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien (2:3) wegen Schulterproblemen absagen musste.

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