Freitag, August 12, 2022
StartTECHNOLOGIEApple macht sein Ding Ist das iPhone 14 langweilig?

Apple macht sein Ding Ist das iPhone 14 langweilig?

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Der Hype der letzten Jahre ist vorbei. Jeder weiß, dass im September neue iPhones kommen, und jeder weiß, dass man von ihnen keine spektakulären Innovationen mehr erwarten kann. Aber macht das die Geräte langweilig? Es hängt davon ab, wie Sie es sehen, oder noch besser, wie Apple es verkauft.

Smartphones sind weit entwickelt. Hersteller zaubern kaum mehr als jedes Jahr leistungsstärkere Prozessoren und ausgefeiltere Kameras aus dem Hut, selbst die sinnvoll nutzbaren Möglichkeiten des maschinellen Lernens scheinen weitgehend ausgereizt. Geräte wie das Nothing Phone (1) sind nur ein interessanter Lichtblick. Auch Apple kocht nur mit Wasser und kann damit schon lange niemanden mehr wirklich überraschen. Mit dem kommenden iPhone 14 wird es nicht anders sein, aber das Unternehmen bereitet sich immer noch auf überwältigende Verkaufszahlen vor. Woher

Im Detail mag Tim Cook & Co. etwas verraten, was noch nicht bekannt ist, aber insgesamt sind die neuen iPhones kein Geheimnis mehr. Die wichtigste Neuerung, die für viele Nutzer wahrscheinlich enttäuschend ist, ist, dass es keinen weiteren Mini geben wird. Stattdessen wird Apple voraussichtlich mit dem iPhone 14 Max neben dem iPhone 14 Pro Max ein weiteres Gerät mit 6,7-Zoll-Bildschirm vorstellen. Ansonsten haben Nutzer wie bisher die Wahl zwischen einem Pro- und einem Standard-Modell mit 6,1-Zoll-Display.

Die Newcomer erkennt man vielleicht an den frischen Farben, ansonsten muss man beim Design schon sehr genau hinschauen, um Unterschiede zu den aktuellen Modellen zu finden. Die neuen Pro-Varianten werden Sie wahrscheinlich daran erkennen, dass sie keinen einzigen breiten Displayausschnitt (Notch) mehr haben. Stattdessen bringt Apple Kamera und Sensoren zur Gesichtserkennung separat in einem kreisrunden und einem pillenförmigen Loch unter.

Die Normalo-Modelle hingegen werden wohl nicht nur die Kerbe vom 12er übernehmen. Um die Pros stärker als Premium-Varianten hervorzuheben, stattet Apple sie wohl nicht mit seinem neusten A16-Chip aus, sondern mit dem aktuellen A15. Immerhin könnten sie dieses Mal auch Displays mit einer Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hertz (Hz) bekommen, anstatt bei 60 Hz zu bleiben. Abgesehen von sparsamen 1 Hz für Standbilder werden Ihre Bildschirme nicht in der Lage sein, auf die eine oder andere Weise herunterzuregeln, was vorerst ein Profi-Feature bleibt.

Die Pro-Modelle werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch etwas dicker sein als die Standard-13er. Das liegt wohl vor allem daran, dass lediglich deren Hauptkamera von 12 auf 48 Megapixel (MP) aufgerüstet wurde. Immerhin dürfen sich laut Apple-Experte Ming-Chi Kuo Käufer aller vier iPhone-13-Varianten über eine neue Frontkamera mit Autofokus und Blende f/1.9 freuen. Bisher gibt es eine Kamera mit Fixfokus und einer Blende von f/2.2.

Das sind zwar alles willkommene Verbesserungen – vor allem für die Profis – aber im Einzelnen keine spektakulären Neuerungen, die man nicht schon bei anderen Smartphones gesehen hat. Immer im September schenkt Apple seinen treuen Kunden gerade so viel, dass ein Neukauf für Besitzer älterer Geräte interessant wird, aber Nutzer jüngerer iPhones haben nicht das Gefühl, veraltete Smartphones zu besitzen. Und ob nachhaltig oder nicht: Die Upgrade-Policy passt oft perfekt zu Mobilfunkverträgen, die den Nutzern regelmäßig „gratis“ neue Geräte garantieren.

Apple hat nicht nur sehr treue Kunden, die nur ungern ins Android-Lager wechseln, sie sind auch dankbar für relativ einfache Verbesserungen, auf die sie oft länger warten müssen als Käufer anderer Smartphones. Dazu gehört laut „Bloomberg“ auch ein sogenanntes Always-on-Display, das die Uhrzeit oder andere Informationen auf dem Sperrbildschirm anzeigen kann. Dieses in der Android-Welt schon lange übliche Feature könnte wieder den Pro-Modellen vorbehalten bleiben, da es bei 1Hz weniger Strom verbraucht als bei 60Hz.

Ein Leckerbissen für Interessenten des schlichten iPhone 14 ist laut Branchenmagazin „Digitimes“ ein Upgrade von 4 auf 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, über den die aktuellen Pro-Versionen bereits verfügen. Die Modelle werden in dieser Hinsicht wohl nicht gleich sein. Die einfachen 14er sollen dem Bericht zufolge beim langsameren LPDDR4X-Speicher bleiben, während die Top-iPhones auf den schnelleren und vermeintlich energieeffizienteren LPDDR5-Standard aufgerüstet werden sollen.

Die Taktik scheint aufzugehen. Laut „Digitimes“ konnte Apple trotz der schwierigen Marktlage im Gegensatz zu den meisten oder sogar allen Wettbewerbern seinen Umsatz und Marktanteil erneut steigern. Kuo führt dies vor allem auf die hohe Nachfrage in China zurück. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Apple dort das High-End-Segment dominiert, seit sich Huawei aus dem 5G-Smartphone-Markt zurückgezogen hat. Aus diesem Grund hat Apple mehr potenzielle Premium-Käufer in China. Laut Kuo hat das Unternehmen auch wenig Probleme, seine Lieferketten aufrechtzuerhalten, und verlässt sich hauptsächlich auf seinen größten Smartphone-Konkurrenten Samsung.

Es spielt also keine Rolle, ob das iPhone 14 langweilig wird oder nicht. Apple weiß, was seine treuen Benutzer bindet, und weiß, wie man Chancen nutzt, wenn es darum geht, neue Kunden zu gewinnen. Und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die kleinen, aber feinen Verbesserungen erneut ausreichen werden, um die Geräte an die Spitze der Stiftung Warentest und anderer Bestenlisten zu hieven. Alles andere wäre eigentlich eine Überraschung.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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