Donnerstag, August 11, 2022
StartTECHNOLOGIEDen Heizkostenschock abmildern Was nützen smarte Thermostate?

Den Heizkostenschock abmildern Was nützen smarte Thermostate?

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Smarte Thermostate können helfen, den Energieverbrauch und damit die Heizkosten zu senken. Das Einsparpotenzial liegt nach verschiedenen Berechnungen zwischen 5 und 20 Prozent. Angesichts der stark steigenden Preise für Gas und Heizöl kann das eine ganz schöne Sache sein.

Schon vor dem Ukrainekrieg war es wegen der sich rapide verschärfenden Klimakrise sinnvoll, Heizenergie einzusparen. Doch angesichts der drohenden Verknappung und weiter stark steigender Preise denken viele Menschen jetzt ernsthafter darüber nach. Intelligente Thermostate sind ein relativ einfaches und schnell zu implementierendes Mittel, um kontrollierter und damit effizienter zu heizen.

Wie hoch das Einsparpotenzial durch solche Regler ist, ist vermutlich von Haushalt zu Haushalt sehr unterschiedlich. Hersteller Tado° beziffert sein Einsparpotenzial auf durchschnittlich 22 Prozent. In einem 2019 durchgeführten Test von zehn verschiedenen smarten Thermostaten kam die Stiftung Warentest nur auf Einsparungen von fünf bis acht Prozent. Laut BR geht Jens Schuberth vom Umweltbundesamt von 10 bis 15 Prozent aus. Angesichts der explodierenden Energiepreise können aber auch die etwas pessimistischeren Produkttestwerte einen spürbaren Unterschied in der Haushaltskasse ausmachen.

Je teurer Kraftstoffe sind, desto rentabler ist es, intelligente Thermostate zu kaufen, die nicht billig sind. Bei Preisen zwischen 40 und 70 Euro pro Regler kommt beispielsweise eine Wohnung mit sechs Heizkörpern auf 240 bis 420 Euro, ohne Zubehör wie Fenstersensoren, Raumthermometer oder Ersatzbatterien. Wer noch kein vernetztes Zuhause hat, muss eventuell zusätzlich 50 bis 100 Euro in eine Smart-Home-Zentrale investieren.

In der Heizsaison 2020/21 hätte sich das laut „Heizspiegel“ für ein kleines Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche und Gasheizung bei durchschnittlich 890 Euro Kosten nicht so schnell bezahlt gemacht. Doch für die laufende Saison haben sich die Kosten auf 1755 Euro fast verdoppelt. „Ab 2023 müssen Gaskunden mindestens mit einer Verdreifachung der Rabatte rechnen“, warnt Klaus Müller, Leiter der Netzagentur.

Auch wer mit Öl heizt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Auch der Durchschnittspreis für einen Liter Heizöl hat sich laut Statista seit Juni 2021 von 69 Cent auf rund 1,43 Euro verdoppelt.

Bei solchen Preisen kann sich die Anschaffung von Smart Controllern bereits mit einer Ersparnis von 5 bis 8 Prozent rechnen. In einigen Fällen kann jedoch mehr erreicht werden. Warentest ging damals davon aus, dass „die Bewohner einen typischen Acht-Stunden-Arbeitstag haben und wieder in ein warmes Zuhause kommen wollen“. Doch seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen von zu Hause aus und möchten dies zumindest teilweise auch weiterhin tun. Außerdem gibt es weitaus detailliertere Abstufungen als abends und morgens warm zu sein, sonst kalt.

Laut Verbraucherzentrale bringt jedes Grad weniger eine Ersparnis von etwa sechs Prozent. Wenn Sie also abends statt T-Shirt einen leichten Pullover tragen oder sich unter eine Decke kuscheln, sinkt der Energieverbrauch deutlich. Allerdings sollte man es nicht übertreiben, denn unter 16 Grad droht Schimmelbildung. Oft ist es teurer, einen völlig kalten Raum auf Zimmertemperatur zu bringen, als ihn in Abwesenheit moderat weiter zu heizen.

Ein weiterer Vorteil von Smart Controllern ist ihre Genauigkeit. Bei einem herkömmlichen Thermostat lässt sich nur ein Wert zwischen 1 und 5 einstellen. Stufe 1 entspricht etwa 12 Grad, jede weitere Stufe etwa 4 Grad mehr. Smarte Thermostate hingegen erlauben es, die Temperatur auf ein halbes Grad genau zu regulieren.

Ein großer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Zeiträume exakt einzustellen. So können Sie beispielsweise an Wochentagen vormittags das Badezimmer genau für die 30 Minuten aufheizen, die Sie dort verbringen, bevor Sie das Haus verlassen. Vielleicht sollte es vor dem Schlafengehen ein paar Grad höher sein, die restliche Zeit kann es dort kühler sein.

Darüber hinaus bieten vernetzte Thermostate Komfortfunktionen, die das Energiesparen angenehmer machen. So lassen sie sich zum Beispiel per App oder Notebook von unterwegs aus bedienen und einstellen. Viele Geräte pausieren auch automatisch, wenn Sie ein Fenster öffnen oder das Haus verlassen.

Es gibt noch weitere Situationen, in denen ein smartes Thermostat seine Vorteile ausspielen kann. Aber Sie können an den Beispielen sehen, dass das meiste auch manuell erledigt werden kann, wenn Sie die Disziplin haben und nicht zu vergesslich sind. Für das Einsparpotenzial ist daher entscheidend, wie sich das bisherige Heizverhalten durch den Kauf smarter Thermostate verbessert.

Das weit größere Einsparpotenzial liegt unter anderem in einer besseren Gebäudedämmung oder einer Erneuerung der Heizungsanlage. In Ihrem eigenen Zuhause können Sie Nachtabsenkungen etc. am Heizkessel programmieren. Für Mieter hingegen kann sich der Umstieg auf smarte Thermostate angesichts der enorm gestiegenen Energiepreise durchaus lohnen. Wenn Sie bisher allerdings sehr sparsam geheizt haben, ist der Zusatznutzen nicht so groß.

Theoretisch können smarte Thermostate für Stromnetze problematisch werden, wenn unter anderem vermehrt Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Wissenschaftler der Cornell University im US-Bundesstaat New York fanden in einer Studie heraus, dass die morgendliche Spitzenlast durch den Einsatz solcher Regler in rund 2.200 Haushalten um 40 Prozent höher war als Modellrechnungen normalerweise ergeben würden. Alle untersuchten Haushalte verwenden jedoch die gleichen Thermostate eines Herstellers und die Forscher vermuten, dass die meisten Nutzer die Werkseinstellungen unverändert gelassen haben. Denn die Spitzen traten genau um 6:05 Uhr auf, der voreingestellten Zeit der Geräte.

Wenn Sie sich für smarte Thermostate entscheiden, sollten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität achten. Beste Lösung für Stiftung Warentest war das AVM Fritz DECT301 (ca. 55 Euro) für Besitzer einer Fritzbox. Ausschlaggebend war die einfachste Handhabung (Note 1,9) unter den Testkandidaten und es wird keine zusätzliche Smart-Home-Basis benötigt. Das Gerät kommt ohne Sensoren aus, die automatisch erkennen, wenn ein Fenster geöffnet wird, drosselt aber laut Produkttest auch ohne diese die Heizung gut.

Bei der Wärmeregulierung schneidet der Devolo Home Control (ca. 60 Euro) am besten ab (1,5). Weil die Handhabung jedoch nur mit „befriedigend“ (3,0) bewertet wurde, belegte das Thermostat im Produkttest-Vergleich nur den 3. Platz. Das Homematic IP Thermostat (ca. 60 Euro), das die zweitbeste Wärmeregulierung (1,9 ) hatte und in Sachen Handhabung (2,1) nur knapp vom FritzDect 301 geschlagen wurde.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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