Donnerstag, August 11, 2022
StartTECHNOLOGIEGutes, günstiges Smartphone Das Google Pixel 6a hat alles was man braucht

Gutes, günstiges Smartphone Das Google Pixel 6a hat alles was man braucht

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Ausgestattet mit dem gleichen Tensor-Chip bietet das Google Pixel 6a für 460 Euro fast die gleichen Vorteile wie seine deutlich teureren Smartphone-Brüder und viele andere High-End-Geräte. Mehr braucht man wirklich nicht, besonders wenn man es etwas kompakter mag.

Google ist mit seinen eigenen Smartphones noch weit davon entfernt, auch nur annähernd so erfolgreich wie Apple oder Samsung zu sein, aber mit dem Pixel-6-Duo hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. In Nordamerika konnte Google laut Canalys-Bericht seinen Marktanteil im ersten Quartal des Jahres um fast 400 Prozent steigern, womit es dort nun mit 1 Prozent auf Platz 5 liegt und eine statistische Zahl für die ist erstes Mal. In Großbritannien kommt das Unternehmen IDC demnach sogar um 3,3 Prozent und liegt nur noch einen Prozentpunkt hinter dem drittplatzierten Nokia.

Auf dem europäischen Markt taucht Google in den Canalys-Statistiken noch nicht auf, was unter anderem daran liegen könnte, dass hier seit dem Pixel 4a kein günstiges Mittelklassegerät mehr im Rennen ist. Doch jetzt ist das Pixel 6a da, das das Zeug zum kleinen Renner hat.

Nicht nur das Design mit der breiten Kameraleiste auf der Rückseite entspricht dem der beiden im vergangenen Herbst vorgestellten Autos. Mit dem Tensor-Chip von Google und dem Sicherheitschip Titan M2 schlägt das gleiche kraftvolle Herz im Inneren des Pixel 6a. Damit erhalten Käufer die meisten Funktionen, die auch die teureren Geräte zu bieten haben, ohne größere Einschränkungen.

Das sind vor allem KI-Fähigkeiten zur Sprach- und Bilderkennung, die der Tensor-Chip offline, also ohne Verbindung zu Googles Cloud-Server, beherrscht.

Die Rekorder-App kann unter anderem aufgezeichnete Gespräche oder Diktate offline in Text umwandeln. Weil sogar Satzzeichen automatisch und meist an der richtigen Stelle gesetzt werden, hält sich die Nachbearbeitung in engen Grenzen – vor allem, wenn man deutlich spricht.

Ein weiteres Highlight ist die Dolmetscherfunktion, die Gespräche nahezu in Echtzeit in zwei Sprachen übersetzen kann. Dies funktioniert derzeit offline nur mit Englisch, Deutsch und Japanisch, aber weitere sollen hinzukommen. Sie können ein Gespräch über die Übersetzer-App beginnen oder den Assistenten per Sprachbefehl darum bitten.

Elf Sprachen beherrscht die Textübersetzung bereits ohne Internetverbindung, und das nicht nur in Google-Apps, sondern auch in Whatsapp, Signal oder Facebook. Ist die entsprechende Sprache installiert, erscheint über einem Chat oder Beitrag ein Übersetzen-Button und mit einem Fingertipp wird alles im sichtbaren Bereich übersetzt.

Sie können auch einzelne Nachrichten übersetzen lassen, nachdem Sie sie in die Zwischenablage kopiert haben. Alles funktioniert am besten, wenn Sie sich in ganzen Sätzen ausdrücken. Gängiger Chat-Slang führt gelegentlich zu lustigen, aber absurden Ergebnissen.

Das Pixel 6a kann auch fotografierten Text offline in 55 Sprachen übersetzen, was besonders für Werbetafeln nützlich ist. Bei Menüs hingegen kann man sich nicht immer zu 100 Prozent auf das Ergebnis verlassen.

In der Kamera-App bekommen Käufer eines Pixel 6a nicht alle KI-Funktionen, die die beiden anderen Pixel-6-Modelle haben. Unter anderem fehlt der Bewegungsmodus, mit dem man ein sich bewegendes Objekt oder dessen Hintergrund scharf oder unscharf machen kann.

Aber immerhin ist in der Foto-App der magische Radiergummi mit an Bord. Es erkennt automatisch störende Objekte in einer Aufnahme und entfernt sie mit einem Fingertipp. Sie können Bildelemente aber auch selbst markieren und dann „löschen“.

Google hat vor allem dort gespart, wo es sich die meisten Nutzer leisten können. Das 6,1 Zoll große Display bietet keine höhere Bildwiederholfrequenz von 90 oder 120 Hertz (Hz), sondern arbeitet mit konstanten 60 Hz. Mit einer Pixeldichte von 429 ppi ist es noch schärfer als der Bildschirm des Pixel 6 und das OLED-Panel liefert die gleichen schönen Farben und starken Kontraste. Auch in Sachen Helligkeit gibt es nichts zu meckern.

Derselbe Fingerabdrucksensor ist auch im Display integriert, was nicht unbedingt ein Pluspunkt ist. Wie bei den größeren Modellen ist es gelegentlich etwas zickig, besonders wenn man nasse Finger hat.

Nutzer müssen auch etwas vorsichtiger sein, da das Display nur durch das ältere Gorilla Glass 3 geschützt ist und das Pixel 6a nur IP67 wasser- und staubdicht ist. Ansonsten ist die Verarbeitung hervorragend und das Gerät liegt mit seinem matten Metallrahmen sehr angenehm in der Hand.

Der Arbeitsspeicher ist 6 Gigabyte (GB) kleiner als beim Pixel 6, dessen Prozessor auf 8 GB zugreifen kann. Im Alltagstest war dieser Unterschied jedoch nicht spürbar. Auch die Tatsache, dass es beim Flash-Speicher keine Optionen größer als 128 GB gibt, spielt kaum eine Rolle. Fotos und Videos sollten immer regelmäßig auf externen Medien gesichert werden, wenn Sie nicht riskieren möchten, sie zu verlieren.

Der Akku des Pixel 6a hat eine Kapazität von 4410 mAh. Damit kommt man nicht nur locker durch den Tag, auch bei intensiverer Nutzung hat man meist noch einige Reserven vor dem Schlafengehen. Das liegt zum großen Teil am Tensor-Chip, der Ressourcen intelligent nutzt. Allerdings entlädt sich der Akku im 5G-Betrieb schneller.

Ein Netzteil liegt nicht bei und Käufer müssen auf induktives Laden verzichten. Dies sind auch Kostensenkungsmaßnahmen, die die meisten Benutzer mit einem Achselzucken abtun.

Für die Hauptkamera müssen Nutzer eine größere Kröte schlucken. Es handelt sich offenbar um den optisch stabilisierten Schnappschuss des Pixel 5, der mit einer Blende von f/1.7 auf 12 Megapixel (MP) schießt. Es ist nicht so leistungsstark wie die 50-Megapixel-Kamera der beiden größeren Geräte, aber das Pixel 6a produziert immer noch bessere Fotos und Videos als die meisten anderen Mittelklasse-Telefone.

Die 12-MP-Ultraweitwinkelkamera mit einer Blende von F/2.2 ist dagegen dieselbe wie im Pixel 6. Sie liefert auch nachts überraschend gute Ergebnisse und überzeugt mit scharfen, weitgehend unverzerrten Randbereichen. Auch die 8-MP-Frontkamera (f/2.0) ist identisch mit der des Pixel 6.

Ein Vorteil, den das 6a mit dem 6er-Duo teilt, ist Googles Android 12. Es bietet nicht nur eine hübsche Benutzeroberfläche, deren Farben sich automatisch an Hintergrundbilder anpassen. Vor allem garantiert Google mindestens drei Versionsupdates und fünf Jahre Sicherheitsupdates.

Alles in allem ist das Pixel 6 für knapp 460 Euro ein sehr attraktives Smartphone, das einiges zu bieten hat. Vor allem der Tensor-Chip mit seinen KI-Fähigkeiten macht das Gerät zu etwas Besonderem in dieser Preisklasse. Allerdings gibt es auch zunehmend andere leistungsstarke Mittelklasse-Androiden zu ähnlichen Preisen, die ebenfalls ihre Vorzüge haben. Ein gutes Beispiel dafür ist das Nothing Phone (1) mit aufregender LED-Rückseite und 120-Hz-Display.



Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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