Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Nokia G50 ist zehn Bäume wert Großer 5G-Ausdauerläufer für kleines Budget

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Mit dem Nokia G50 will Hersteller HMD junge Nutzer ansprechen, die ein langlebiges Smartphone in der 250-Euro-Klasse suchen. Das Gerät ist mit einem 5G-Chip, einem leistungsstarken Akku und einem riesigen Display ausgestattet. Außerdem will HMD Bäume pflanzen.

Vor zwei Jahren konnte HMD noch bis zu 4,8 Millionen Nokia-Smartphones pro Quartal verkaufen, letztes Jahr waren es noch nicht mehr als 2,8 Millionen, dann ging es noch tiefer. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Absatz noch einmal auf 2,7 Millionen Geräte, doch so richtig aus dem Ruder gerät das Smartphone-Geschäft der Finnen derzeit nicht. Ein Problem sind die jungen Käufer, die lieber billige chinesische Geräte kaufen, weil die Marke Nokia ihnen nicht so viel erzählt wie älteren Nutzern.

Um diese Kundschaft zu überzeugen, versucht HMD unter anderem, ein nachhaltiges Image aufzubauen. Dazu gehört, dass Komponenten und Rohstoffe so weit wie möglich aus geprüften Quellen stammen, Umweltstandards einhalten und ihre Mitarbeiter fair behandeln und bezahlen.

Immerhin hat HMD im Sommer von Ecovadis eine Gold-Zertifizierung erhalten, die bisher nur sechs Prozent der bewerteten Hersteller von Kommunikationsgeräten erreicht haben. Zudem hat HMD ein Programm aufgelegt, bei dem Käufer von Nokia-Smartphones auf Kosten des Herstellers Bäume pflanzen lassen können, um die CO₂-Bilanz ein wenig zu verbessern.

Bei der Herstellung eines Smartphones fallen laut Ökoinstitut rund 100 Kilogramm (kg) Kohlendioxid an. Im Gegensatz dazu werden bei der Nutzung pro Jahr nur 5 kg CO₂ freigesetzt. Mit anderen Worten, je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser für die Umwelt.

Dies möchte HMD mit seinen Geräten durch Qualität und zukunftsweisende Technik sowie Softwareunterstützung möglichst lange erreichen. Das soll auch für günstige Smartphones wie das Nokia G50 gelten, das HMD für rund 270 Euro verkauft.

Das Gerät verfügt über ein riesiges 6,82 Zoll LCD. Die Auflösung ist mit 720p (HD+) nicht zu hoch, dafür ist das Display scharf genug. Außerdem reduzieren weniger Pixel den Stromverbrauch. Der Bildschirm kann recht hell leuchten und Farben natürlich darstellen, die Kontraste gehen in Ordnung.

Da insbesondere der untere Rand recht breit ist, ist das Smartphone insgesamt etwas größer und mit einer Länge von rund 17,4 Zentimetern eine echte Herausforderung für kleine Hände. Außerdem wiegt das Nokia G50 220 Gramm.

Das hohe Gewicht ist zu einem großen Teil dem leistungsstarken Akku mit 5000 mAh zu verdanken. Laut HMD soll das Gerät bis zu zwei Tage durchhalten. Das ist nicht übertrieben, für Gelegenheitsnutzer sollte es sogar noch etwas mehr geben.

Seine große Ausdauer verdankt das Nokia G50 neben dem sparsamen Display und dem fetten Akku seinem Chip. Qualcomms Snapdragon 480 ist 5G-fähig, gehört aber leistungsmäßig zur unteren Mittelklasse. Es ist immer noch leistungsstark genug, um im Alltag jederzeit einen reibungslosen Betrieb zu ermöglichen, verbraucht aber relativ wenig Strom.

Beim Arbeitsspeicher ist HMD an die untere Grenze von 4 Gigabyte (GB) gegangen, für den alltäglichen Chat, Surfen und Streaming reicht das aber völlig aus. Der Flash-Speicher fällt hingegen mit 128 GB vergleichsweise großzügig aus; es kann bei Bedarf mit microSD-Karten erweitert werden. Optional ist Platz für eine zweite SIM-Karte.

Auf dem Kartenschieber sieht man zwar eine Gummidichtung, allerdings bietet das Nokia G50 keinen zertifizierten Spritzwasserschutz. Oben im Rahmen befindet sich noch eine Klinkenbuchse, sodass man alte Kopfhörer ohne Adapter weiterverwenden kann – auch das ist irgendwie nachhaltig. Auf der linken Seite verfügt das Gerät über eine zusätzliche Taste zum Aufrufen des Google Assistant.

Der Fingerabdrucksensor sitzt rechts im Power-Button und verrichtet seinen Job schnell und zuverlässig. Der Knopf ist auch nicht zu hoch im Rahmen, sodass er mit Zeigefinger oder Daumen gut zu erreichen ist.

Das G50 hat eine Triple-Kamera auf der Rückseite. Die Hauptkamera mit 48 Megapixel (MP) macht bei Tageslicht sehr gut aussehende Fotos mit vielen Details, realistischen Farben und guten Kontrasten. Die Ergebnisse sind auch bei schwächerem Licht und bei Nacht beeindruckend. Dabei hilft, dass vier Pixel zu einem Megapixel zusammengefasst werden, was die Auflösung auf 12 MP reduziert. Der Autofokus ist keine Rakete, arbeitet aber recht flott.

Videos sehen auch gut aus, solange die Beleuchtung nicht zu kompliziert wird. Mehr als Full HD und 60 Bilder pro Sekunde schafft die Kamera allerdings nicht.

Superweitwinkel- und Telekameras mit fünf bzw. zwei Megapixeln sind nette Ergänzungen, die auch bei gutem Licht eingesetzt werden können. Aber man sollte sich ihre Fotos nicht unbedingt auf großen Computerbildschirmen ansehen.

Als Betriebssystem kommt reines Google Android 11 zum Einsatz. HMD hat lediglich eine Service-App und drei Sponsor-Apps hinzugefügt, die man leicht über Bord werfen kann, wenn man sie nicht braucht. Die unangepasste Software erleichtert es HMD, sein Versprechen einzuhalten, das Betriebssystem für zwei Jahre auf neue Versionen zu aktualisieren. Monatliche Sicherheitsupdates werden drei Jahre lang verfügbar sein. Mehr ist derzeit in der Android-Welt kaum möglich.

Das Nokia G50 ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das vor allem durch Ausdauer und garantierte Software-Updates überzeugt. Rein technisch gesehen gibt es in dieser Preisklasse besser ausgestattete Smartphones aus China. Dafür bietet HMD ein relativ nachhaltiges und langlebiges Produkt.

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