Sonntag, September 19, 2021
StartTECHNOLOGIESchwere Sicherheitslücke Apple veröffentlicht Notfall-Update gegen Spionagesoftware

Schwere Sicherheitslücke Apple veröffentlicht Notfall-Update gegen Spionagesoftware

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Experten hatten eine gravierende Sicherheitslücke aufgedeckt, Apple arbeitete fieberhaft an der Lösung des Problems. Nun hat das US-Unternehmen ein Notfall-Update veröffentlicht.

Am Montag hat das US-Unternehmen Apple ein Notfall-Sicherheitsupdate in seinen Produkten veröffentlicht. Das berichten mehrere Medien. Zuvor hatten Sicherheitsforscher eine massive Sicherheitslücke aufgedeckt – diese ermöglicht es einer hochinvasiven Spionagesoftware des israelischen NSO-Konzerns, Produkte des US-Konzerns zu infizieren.

Dies ist den Forschern des Citizen Lab der University of Toronto aufgefallen. Sie berichteten, ein Aktivist aus Saudi-Arabien habe das iPhone mit der Spionagesoftware infiziert. Citizen Lab ruft nun alle Apple-Nutzer dazu auf, ihre Geräte „jetzt“ zu aktualisieren.

Laut Citizen Lab soll die entdeckte Sicherheitslücke alle iPhones, iPads, Macs und Uhren des Apple-Konzerns betreffen. Bei dem Programm handelt es sich um die Überwachungssoftware “Pegasus”, die von der israelischen Firma NSO angeboten wird.

Bei der Schwachstelle handelt es sich um einen sogenannten Zero-Day-Exploit. Es werden Schwachstellen genannt, die weder dem Softwareanbieter noch der Öffentlichkeit bekannt sind und daher heimlich genutzt werden können. Sie werden unter anderem von Geheimdiensten gezielt gesucht und für Überwachungsmaßnahmen eingesetzt. Solche Schwachstellen gelten daher als besonders wertvoll und werden meist sehr gezielt gegen einzelne Zielpersonen eingesetzt.

Mit „Pegasus“ erlangen Angreifer die vollständige Kontrolle über das Smartphone und können auch verschlüsselte Chats und Gespräche überwachen. Das Programm kann auch auf Dateien und Fotos zugreifen und heimlich die Kamera und das Mikrofon des Handys aktivieren. Laut Apple kann die Schwachstelle mit Hilfe einer vorbereiteten PDF-Datei ausgenutzt werden. Citizen Lab hatte den Konzern vergangene Woche der Sicherheitslücke gemeldet.

NSO wurde zuletzt Mitte Juli kritisiert. Ein internationales Journalistenkonsortium berichtete, auch Oppositionelle und Reporter seien mit der Software “Pegasus” ausspioniert worden. Damals hieß es, auf 37 Smartphones seien Spuren erfolgreicher oder versuchter Angriffe von Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, deren Familienangehörigen und Geschäftsleuten entdeckt worden.

Wie bei früheren ähnlichen Vorwürfen antwortete NSO, dass “Pegasus” “nur von geprüften Regierungen an Strafverfolgungs- und Geheimdienste verkauft wird, mit dem einzigen Ziel, Leben zu retten, indem Kriminalität und Terrorakte verhindert werden”.

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