Mittwoch, November 30, 2022
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"Sky Wiper" EDM4S Das Gewehr, mit dem die Ukraine Drohnen vom Himmel holt

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Lange vor der russischen Invasion am 24. Februar erkannte das ukrainische Militär die Bedrohung durch Drohnen und bestellte spezielle Anti-Jamming-Gewehre in Litauen. Ein Video zeigt vorne einen „Sky Wiper“ EDM4S im Einsatz, dessen Anschaffung offenbar nicht einfach war.

Drohnen spielen in verschiedenen Formen eine Schlüsselrolle im Ukrainekrieg. Mit handelsüblichen Coptern werden unter anderem feindliche Stellungen ausspioniert, Artilleriebeschuss korrigiert oder Sprengsätze abgeworfen. Die ukrainische Armee hat die Bedeutung von UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) früh erkannt und bereits 2020 eine spezielle Verteidigungswaffe aus Litauen bestellt, das EMP-Gewehr EDM4S (Electronic Drone Mitigation 4 – System/Electronic Drone Defense 4 – System). Genannt „Sky Wiper“.

Alle Komponenten der Waffe sind auf einem Aluminiumrahmen montiert, darunter vier Gehäuse mit Richtantennen und einem Reflexvisier. Der „Sky Wiper“ wiegt nur 5,5 Kilo und ist nur etwa einen Meter lang. Ausgestattet mit Schaft und Abzug ähnelt es einem Gewehr und wird entsprechend gehandhabt.

Laut Armed Conflicts richten Sie die Waffe einfach auf das Ziel und drücken den Abzug. Das EDM4S schießt keine Kugeln, es ist im Wesentlichen ein tragbarer Störsender, der die Kommunikation und Navigation der Drohne stört. Je nach Modell stoppt es dann, kehrt zum Ausgangspunkt zurück oder sinkt ab. Dies sind Sicherheitsfunktionen für Vorfälle mit zivil genutzten Drohnen.

In einem unter anderem von Nexta In einem geteilten Video holt ein „Sky Wiper“ eine DJI Mavic Pro herunter, die sich zur Bergung auf den Boden senkt. Auf der Militär-Website „Funker 530“ vermutet ein US-Veteran jedoch, dass die Aufnahme inszeniert war und wohl aus der Ausbildung stammte. Wäre es tatsächlich eine russische Drohne gewesen, wären die Soldaten schnell geflüchtet, schreibt er. Denn der Gegner hätte durch die Aktion seine Position gelernt, schreibt er.

Tatsächlich scheint der „Sky Wiper“ mit einer Reichweite von drei bis fünf Kilometern recht effektiv zu sein. Es existiert Bilder, die beweisen sollen, dass ein EDM4S auch eine Eleron-3-Aufklärungsdrohne „abgeschossen“ hat. Dies ist ein Deltaflügelflugzeug des russischen Herstellers ENICS. Große Drohnen wie die iranische Shahed-136 kann ein EDM4S jedoch kaum bedrohen; Laut Beschreibung kann es nur kleine bis mittelgroße UAVs bekämpfen.

Inzwischen scheinen auch ukrainische Truppen über eine größere Anzahl der Anti-Drohnen-Gewehre zu verfügen, nachdem laut der ukrainischen Website Defense Express ursprünglich nur 36 bestellt worden waren. Im Oktober 2021 zeigte der ukrainische Sender TSN erstmals den Einsatz der Waffe an der Donbass-Front. Der bekannte litauische Journalist Andrius Tapinas spendete im Sommer 1,5 Millionen Euro, um 110 „Sky Wipers“ für das ukrainische Militär zu kaufen. Er taufte sie „Orchrists“ („Orc Slayers“), getwittert ist.

In einem Interview mit der Website Obozrevatel im Dezember 2020 sagte der damalige ukrainische Oberbefehlshaber Ruslan Borysovych Khomchak, die russische Armee habe seit Beginn des Krieges 2014 UAVs eingesetzt, während ihre eigenen Truppen noch keine Drohnen hätten. Die Abwehr ist ein Problem, die UAVs sind mit den üblichen Schusswaffen kaum zu bekämpfen.

Laut Khomtschak habe die Ukraine zunächst versucht, bis Ende 2020 eine Drohnenabwehrkanone von einer lokalen Firma herstellen zu lassen. Doch die entwickelten Systeme seien nicht kriegstauglich, das Geld dafür verschwendet.

Nachdem die Beschaffung im Inland fehlgeschlagen war, bestellte Chomchak das EDM4S bei NT Service in Litauen. Das Gewehr wurde zuvor in der Kampfzone getestet, sagte das Militär, das jetzt der erste stellvertretende Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine ist.

Tatsächlich übergab der litauische Präsident Gitanas Nausėda im März 2021 persönlich das erste EDM4S an Vertreter der Ukraine. Doch zunächst folgte nicht viel, klagte Chomchak. Dies lag daran, dass die Waffen direkt vom Verteidigungsministerium ohne Zwischenhändler über die offizielle Nato-Plattform beschafft wurden. Das bedeute viel Bürokratie, sagte er.

Laut Army Today wurde der Kauf über die NATO Support and Supply Agency (NSPA) getätigt. Dies ist bemerkenswert, da es sich um eine Organisation handelt, über die NATO-Staaten gemeinsame Beschaffungen durchführen, um Kosten und Aufwand zu sparen.

Interessant ist auch, was die französisch-israelische Handelskammer im Mai unter Berufung auf „Intelligence Online“ berichtete. Demnach ist die EDM4S gar keine litauische Entwicklung, sondern stammt von der Firma Skylock, die zum israelischen Rüstungskonzern Avnon gehört. NT Service ist nur ein zwischengeschalteter Partner, um Israel nicht in Verlegenheit zu bringen, das nur ungern auf der Seite der Ukraine Stellung bezieht.

Weitere Beweise dafür gibt es nicht, und NT Service betont in seinem PR-Video stolz, dass das EDM4S im Referenz- und Statistikkatalog der NATO gelistet ist. Aber ein solcher Deal würde in die aktuelle Position der israelischen Regierung passen. Systeme, die Drohnen abfangen und stören können, gelten in Israel als fortschrittliche Verteidigungstechnologie und sind in der Ukraine nicht zum Verkauf zugelassen.

Die hebräische Schwesterseite der Times of Israel, Zman Yisrael, berichtete im September, dass ein israelisches Verteidigungsunternehmen Drohnenabwehrsysteme über Polen an das ukrainische Militär liefert. Das Unternehmen teilte dem Verteidigungsministerium mit, dass ihm nicht bekannt sei, dass Warschau als Vermittler für die Verlegung fungierte.



Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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