Dienstag, Januar 31, 2023
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Viele Leute verstehen es falsch. Nudelwasser in einem Topf oder Wasserkocher erhitzen?

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Um Energie zu sparen, verwenden viele Haushalte Wasserkocher als Alternative zu Gas- oder Elektroherden. Es ist normalerweise die richtige Wahl für eine Tasse Tee, aber gilt es auch für Nudelwasser?

In den letzten Monaten wurden viele verschiedene Tipps zum Energiesparen gelesen, gesehen oder gehört. Nicht alle sind richtig oder gelten im Prinzip. Manchmal ist es etwas komplizierter, wenn es beispielsweise darum geht, Nudelwasser möglichst effizient oder kostengünstig zu erhitzen.

Dass Wasserkocher Wasser energieeffizienter erhitzen, als dies in Teekesseln oder Kannen auf Elektro- oder Gasherden möglich ist, ist vielen in Erinnerung geblieben. Das kann man aber nicht pauschal sagen, es kommt hauptsächlich auf die Wassermenge an, die zum Kochen gebracht wird.

Bei einer Tasse Tee oder anderen kleinen Wassermengen hat der Wasserkocher immer die Nase vorn, wie Stiftung Warentest bereits 2012 ermittelte (Zeitschriftenartikel). Dementsprechend erhitzt er einen Liter Wasser etwa doppelt so schnell wie ein herkömmlicher Herd und verbraucht dabei nur etwa die Hälfte der Energie. Ein Glaskeramikkochfeld schneidet nur unwesentlich besser ab, eine Mikrowelle benötigt viermal mehr Zeit und doppelt so viel Energie wie ein Wasserkocher.

Als nahezu gleichwertig stellte sich im Warentest ein Induktionskochfeld (ohne Booster) heraus, das nur etwas langsamer war, aber vor allem kaum mehr Strom verbrauchte. Da Wasserkocher in den letzten Jahren technisch nahezu unverändert geblieben sind, Induktionskochfelder aber mittlerweile wohl effizienter arbeiten, könnte das Rennen heute noch enger werden. Der Unterschied ist jedenfalls vernachlässigbar.

Gaskocher spielten bereits 2012 eine besondere Rolle. Denn um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, braucht es auf der Flamme fast zweieinhalb Mal mehr Energie als mit einem Wasserkocher. Mit 7 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Gas und 27 Cent für Strom war der Topf auf dem Gasherd damals die mit Abstand günstigste Art, Wasser zu erhitzen.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zahlen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh derzeit durchschnittlich rund 20 Cent/kWh. Für eine Kilowattstunde Strom bei einem Jahresverbrauch von 3500 kWh zahlen Sie jetzt im Schnitt knapp 40 Cent. Damit verbraucht ein Wasserkocher nicht nur weniger Energie als ein Gasherd, um einen Liter Wasser zu erhitzen. Das tut er auch etwas günstiger und im Idealfall mit einer deutlich besseren CO2-Bilanz.

Deshalb werden in vielen Haushalten mittlerweile auch Wasserkocher verwendet, um größere Mengen Wasser, zum Beispiel Nudelwasser, zum Kochen zu bringen. Allerdings wird in diesem Fall der Wasserkocher zusätzlich beheizt, was Energie verschwendet, schreibt „Ökotest“. Außerdem geht beim Gießen und durch den kalten Topf Wärme an die Umgebung verloren. „Körperlich sollte es bestenfalls ein Nullsummenspiel werden“, deshalb erhitzen Sie das Nudelwasser am besten gleich im Topf, möglichst auf sparsamen Induktionsflächen.

Gasherde sind nicht so energieeffizient wie Induktionsherde. Aber bei größeren Mengen kommt es ins Spiel, dass sie sofort auf Betriebstemperatur sind und Töpfe direkt erhitzen, genau wie bei Induktion. Bei längeren Garzeiten spielt es keine Rolle, ob Sie das Wasser im Wasserkocher vorher erhitzt haben oder nicht.

Bleibt die Frage, ob es sich lohnt, heißes Wasser aus der Leitung zum Kochen zu verwenden. In den meisten Fällen sei kaltes Wasser vorzuziehen, schreibt „Utopia“ unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Berlin. Moderne Wasserkocher erhitzen die gewünschte Menge ganz gezielt und direkt vor Ort. Heißes Wasser aus dem Boiler hingegen verliert schon während des Transports durch die Rohre einiges an Temperatur. Letztlich kommt es aber auf die Heizungsanlage eines Hauses an. Bei einer Solarthermieanlage beispielsweise ist es sogar energieeffizienter, warmes Wasser aus der Leitung zu nutzen, so die Verbraucherzentrale.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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