Montag, Dezember 6, 2021
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Aktionärsschutz gegen Aegon: Wie teuer war der Abgang des künftigen Chefcontrollers der Deutschen Bank?

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nNach dem Ausscheiden des designierten Deutschen-Bank-Aufsichtsratsvorsitzenden Alexander Wynaendts aus dem Versicherungskonzern Aegon gerieten die Modalitäten des damaligen Führungswechsels in die Kritik. Wie die FAZ berichtet, schweigt Aegon einerseits über die Höhe der Beratungshonorare, die Wynaendts monatelang erhalten hat. Dem Wynaendts-Nachfolger Lard Friese hingegen gewährte der Konzern 1,23 Millionen Euro Willkommensgeld.

Beide stoßen beim führenden niederländischen Aktionärsschutzverband VEB auf Kritik. Auf Anfrage der FAZ kündigte sie an, bei Bedarf Aegon zur Offenlegung der Vergütungen auf der Hauptversammlung aufzufordern. Sie spricht sich auch dagegen aus, einem Neuankömmling im Vorstand ein „goldenes Hallo“ zu geben. „Ein Vorstandsmitglied muss für eine Position intrinsisch motiviert sein“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Errol Keyner.

Wynaendts wird im Mai den obersten Controller der Deutschen Bank übernehmen. Der Niederländer leitete Aegon von 2008 bis 2020. Der Führungswechsel gestaltete sich ungewöhnlich: Im November 2018 kündigte der Versicherer gleichzeitig an, den Vertrag von Wynaendts mit Wirkung zur Hauptversammlung im Mai 2019 um vier Jahre zu verlängern und dass sie in dieser „letzten Amtszeit“ mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen würde. Im August 2019 bestellte Aegon Friese, damals Chef des Konkurrenten NN (Nationale-Nederlanden). Nach gut zweimonatiger Einarbeitung übernahm er im Mai 2020 die Geschäftsführung, sodass Wynaendts nur eines der vier Jahre seiner planmäßigen Amtszeit absolvierte.

Aegon machte von vornherein klar, dass Wynaendts keinen Anspruch auf Abfindung habe – im Gegensatz zu anderen Fällen, in denen Vorstandsmitglieder vorzeitig ausscheiden und zum öffentlichen Ärger die Restlaufzeit ausbezahlt bekommen. Aber: Danach gab es noch eine Summe, und die Summe wird geheim gehalten. „Nach seinem Rücktritt als CEO von Aegon war Herr Wynaendts tatsächlich einige Monate als Berater für Aegon tätig“, teilte der Konzern Anfang der Woche auf Anfrage der FAZ mit. „Dafür hat er eine angemessene Entschädigung erhalten. Diese Vergütung wurde nicht veröffentlicht, da er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dem Vorstand angehörte. „Wynaendts müsste um weitere Informationen gebeten werden.

Das kommt beim VEB, dem Verband der Wertpapiereigentümer, der zusammen mit europäischen Anlegern erscheint, nicht gut an. „Im Zuge einer guten Corporate Governance gehe ich davon aus, dass Aegon nach seinem Ausscheiden als CEO Transparenz gegenüber den Aktionären hinsichtlich der Vergütung von Alex Wynaendts anstrebt“, sagte Keyner. „Gegebenenfalls wird European Investors / VEB dies auf der Hauptversammlung ansprechen.“ Die entscheidende Frage ist, ob Wynaendts nur monatliche Zahlungen in Höhe des Gehalts eines Vorstandsmitglieds erhielt – oder einen goldenen Handschlag versteckt. VEB hofft: ersteres.

Wynaendts und die Deutsche Bank äußerten sich nicht. Die erste Version wird in der Umgebung des Managers erwähnt. Im Verlängerungsvertrag stand eine Passage, die einen Nachfolger suchte und der Vertrag dann möglicherweise vorzeitig beendet werden könnte. Als die Nachfolge geregelt war, kam es zu Verzögerungen, Wynaendts hatte Friese vier Monate lang beraten. Dabei wurde er auf Basis der bis dahin geltenden monatlichen Bezüge als Vorstandsvorsitzender vergütet. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Infolgedessen erfolgten keine weiteren Zahlungen. Die Kritik der Aktionärsschützer kommt zu einer Zeit, in der die Aktionäre aktiver werden als noch vor einigen Jahren.

Der Eintrittspreis für Friesen ist klar und öffentlich. „Was das goldene Hallo für Lard Friese angeht, ist European Investors grundsätzlich gegen so etwas“, sagte Keyner. Intrinsische Motivation muss ausreichen. „Ein gutes Festgehalt gehört natürlich dazu. Auch Prämien können einen großen Teil des Prämienpakets ausmachen, jedoch nur, wenn sie nach messbaren und sehr guten Leistungen – mit vorgegebenen Kriterien – gewährt werden. „Laut Geschäftsbericht erhielt Friese die 1,23 Millionen Euro im Rahmen einer „Anstellungsvereinbarung“. einen direkten Konkurrenten von Aegon attraktiver zu machen und Einkommensausfälle während der Übergangszeit auszugleichen.“ Letzterer soll offenbar sicherstellen, dass Friese aufgrund eines Wettbewerbsverbots erst im März 2020 seine Einarbeitung bei Aegon beginnen konnte.55“ Prozent der Prämie waren 2020 fällig, 20 Prozent folgen in diesem Jahr, weitere Tranchen bis 2024.

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