Dienstag, Oktober 26, 2021
StartWIRTSCHAFTAntrag für AR-Brille: TeamViewer findet Google als Partner

Antrag für AR-Brille: TeamViewer findet Google als Partner

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TeamViewer hat einen neuen, prominenten Partner gefunden: Google Cloud. Ziel der Kooperation ist es, Anwendungen im Bereich Augmented Reality für die Google Cloud bereitzustellen, mit denen Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren können, heißt es in einer Mitteilung von TeamViewer.

Eine erste Anwendung soll das „Assisted Order Picking“ sein, das die freihändige Kommissionierung von Waren erleichtern soll, bei dem der Nutzer die Google Glass-Brille mit der „Vision Picking Software“ von TeamViewer kombiniert. Hauptzielgruppe sind Lebensmittelgeschäfte und andere Einzelhändler, die ihre Online-Bestellungen zusammenstellen müssen. Durch die Head-up-Display-Funktion haben die Mitarbeiter beide Hände frei, um den Artikel zu finden, zu entnehmen und zu verpacken, was die Kommissioniereffizienz um 15 bis 40 Prozent verbessert, ist das Versprechen.

Carrie Tharp von Google Cloud weist darauf hin, dass sich das Einkaufsverhalten durch die Pandemie stark verändert hat und nun Prozesse angepasst werden müssen: „Händler suchen einerseits nach schnell umsetzbaren Technologien, andererseits sind sie auch auf der anderen Seite andererseits helfen, ihre Geschäftsprozesse zu modernisieren“, sagt Tharp.

Welches Potenzial sich daraus für TeamViewer ergibt, ist zunächst nicht klar. Doch die im M-Dax gelistete TeamViewer-Aktie stieg kurz nach Veröffentlichung schnell um mehr als 4,5 Prozent – ​​wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau aus. Seit TeamViewer vergangene Woche mitteilte, dass das dritte Quartal nicht wie erwartet gelaufen sei, sei der Preis von rund 24 auf 14 Euro gefallen.

Alfredo Patron, der bei TeamViewer für die Entwicklung neuer Geschäfte verantwortlich ist, macht deutlich, dass die Lösung für Händler nur ein erster Schritt sein soll: „In naher Zukunft wollen wir unsere Partnerschaft ausbauen und die Technologie auch zur Verbesserung der Fertigung nutzen, Außendienst- und Lieferkettenprozesse, die in anderen Branchen eingesetzt werden. „

Das Unternehmen verändert sich trotzdem – die Partnerschaft mit Google Cloud ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Während der Softwareanbieter mit Sitz im schwäbischen Göppingen in der Öffentlichkeit für die Möglichkeit der Fernwartung von Computern bekannt ist, wird immer deutlicher, dass TeamViewer in neue Geschäftsfelder vorstößt.

TeamViewer hat sich vor allem durch die Akquisition junger Technologieunternehmen im Bereich Augmented Reality neu aufgestellt. Das sich noch entwickelnde und auf dem optischen Zusammenspiel von Realität und Daten basierende Geschäft macht bisher nicht einmal 5 Prozent des Umsatzes aus.

TeamViewer trifft auf neue Wettbewerber, aber auch auf neue Kundengruppen, die nach anderen Kriterien investieren und bei der Umsetzung von Prozessen oft deutlich längere Entscheidungswege benötigen, als man es im IT-Business gewohnt war. An prominenten Partnern mangelt es nicht. Im Frühsommer hat sich TeamViewer mit SAP zusammengetan, um Lösungen für die Industrie zu entwickeln, und kürzlich wurde die Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers bekannt gegeben.

Solche langfristigen Aussichten sind für Anleger offenbar zu vage. Zudem schneidet TeamViewer mit seinem traditionellen Geschäft bereits zwei Quartale in Folge schlechter ab als erwartet. Anfang August fiel der Kurs unter den Ausgabepreis von 26,25 Euro, den die ersten Anleger im Herbst 2019 für eine TeamViewer-Aktie bezahlt hatten. Den Höhepunkt erreichte die Aktie Anfang Juli 2020, als klar wurde, dass der lange und plötzliche Lockdown am Beginn der Pandemie hatte TeamViewer einen regelrechten Boom beschert.

Nicht alle Kunden aus der Pandemie sind bei TeamViewer geblieben, der Effekt war noch größer, als das Management erwartet hatte. Das zweimalige Verfehlen der Prognose dürfte zu einem erheblichen Vertrauensverlust am Kapitalmarkt geführt haben, was auch die Realisierung des Unternehmens selbst ist läuft besser als erwartet.

Die Pluszahlen wären dennoch nicht klein, wenn es für das Gesamtjahr stimmen würde. Das Geschäftsvolumen – gemessen am Teamviewer-Anhang zu den Abrechnungen, dem fakturierten Umsatz – soll von 460 Millionen Euro im Vorjahr auf 535 bis 555 Millionen Euro steigen. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge soll weiterhin 44 bis 46 Prozent erreichen.

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