Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Auszeichnung in Schweden: Wirtschaftsnobelpreis geht an Amerikaer Card, Angrist und Imbens

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Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an die Forscher David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens. Das teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag mit.

Der kanadische Arbeitsökonom David Card forscht und lehrt an der University of California in Berkeley. Am bekanntesten waren seine empirischen Studien zu den Auswirkungen eines Mindestlohns. Darin verglich er wirtschaftlich ähnliche Regionen mit und ohne niedrigere Löhne und konnte auf dieser Grundlage die Annahme hinterfragen, dass Arbeitslosigkeit direkt aus dem Lohnniveau folgt.

Mitte der 1990er Jahre führten die gesammelten Erkenntnisse zu „Mythos und Messung: Die neue Ökonomie des Mindestlohns“. Sie beeinflussten auch die politischen Diskussionen um die Einführung eines staatlichen Mindestlohns, etwa in Deutschland unter einer schwarz-roten Koalition.

Angrist forscht auch zum Arbeitsmarkt. Der Wissenschaftler mit US-amerikanischer und israelischer Staatsbürgerschaft hat einen Lehrstuhl am Massachusetts Institute of Technology inne. Seine Forschungsinteressen umfassen die ökonomische Analyse des Ausbildungsmarktes und Arbeitsmarktfragen. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften betonte die Bedeutung seiner Beiträge zur Analyse kausaler Zusammenhänge.

Card erhält die Hälfte des Preisgeldes, Angrist und Imbens teilen sich die andere Hälfte. Imbens ist ein niederländisch-amerikanischer Forscher von der Stanford University. Wie Angrist beschäftigt er sich viel mit ökonometrischer Analyse und hat sich auch mit der Weiterentwicklung der Methodik beschäftigt. Eine seiner Arbeiten aus diesem Jahr gibt einen Eindruck von dieser Forschung: „Using Wasserstein Generative Adversarial Networks for the Design of Monte Carlo Simulations“.

Der seit Ende der 1960er Jahre verliehene Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geht als einziger nicht auf den Willen des Preisstifters und Dynamiterfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Er wurde von der schwedischen Zentralbank gestiftet und ist daher streng genommen kein klassischer Nobelpreis. Dennoch wird er zusammen mit den anderen Preisen am Todestag von Nobel, dem 10. Dezember, verliehen.

Unter den Wirtschaftsnobelpreisträgern ist bislang nur ein Deutscher: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn 1994 zusammen mit John Nash und John Harsanyi für ihre bahnbrechenden Beiträge zur nicht-kooperativen Spieltheorie. Traditionell zählen Wissenschaftler aus den USA zu den Favoriten auf die Auszeichnung. Im vergangenen Jahr ging er an die US-Ökonomen Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson, die für ihre Verbesserungen in der Auktionstheorie und die Erfindung neuer Auktionsformate ausgezeichnet wurden.

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