Donnerstag, Oktober 28, 2021
StartWIRTSCHAFTBahn feiert Weltpremiere: Die erste digitale S-Bahn fährt in Hamburg

Bahn feiert Weltpremiere: Die erste digitale S-Bahn fährt in Hamburg

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Die Deutsche Bahn und der Technologiekonzern Siemens feierten am Montag eine Weltpremiere auf den Schienen: Erstmals startete in Hamburg eine vollautomatische, digital gesteuerte S-Bahn. Bahnchef Richard Lutz kündigte an, dass die Technik künftig sukzessive auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt ausgeweitet werde.

Laut Siemens-Chef Roland Busch ist es eine „Blaupause für die Digitalisierung der Bahnen in Deutschland, Europa und weltweit“. Autonome Bahnen gibt es schon lange. Neu ist das offene System, das mit jeder Bahn kompatibel ist, die die technischen Standards beherrscht.

Die S-Bahn-Linie S21 pendelt auf einer speziell ausgebauten Strecke zwischen den Bahnhöfen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle. Die speziell für den Automatikbetrieb umgebauten Züge starten, beschleunigen, bremsen und halten von selbst. Ab Dezember verkehren die vier dafür umgebauten S-Bahnen planmäßig.

Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit rund 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Es ist Teil des Projekts „Digitale Bahn Deutschland“, mit dem die Deutsche Bahn ihre Infrastruktur bis zum nächsten Jahrzehnt insgesamt in das digitale Zeitalter bringen will. Das sei dringend nötig, sagte Busch, denn in vielen Teilen der Bahn gebe es „noch uralte Technik“.

Bahnchef Lutz bezeichnete die Digitalisierung auf der Schiene als „Schlüssel zur Mobilitätswende“. Sie ermöglicht eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität ohne zusätzliche Gleise auf bestehenden Strecken, weil die Züge in kürzeren Abständen fahren können. Bis zu 30 Prozent Energie könnten eingespart und die Pünktlichkeit verbessert werden, ergänzte Siemens-Chef Busch. „Die digitale S-Bahn ist eine Weltneuheit“, sagte Busch. „Die neue Technologie ist bereits freigegeben und kann aufgrund offener Schnittstellen von allen Betreibern weltweit sofort für alle Zugtypen eingesetzt werden.“

Siemens ist derzeit der einzige Anbieter dieses Systems, wie Busch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Neben der Bahn gibt es bereits weitere Interessenten, die einen Blick in die Technik werfen wollen. Deutschlandweit konnte auf diese Weise bis in die 1930er Jahre ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr aufgerüstet werden. Dafür sind laut Busch Investitionen von zwei Milliarden Euro pro Jahr erforderlich.

Technische Basis für den digitalen Bahnbetrieb ist der künftige europäische Standard ATO („Automatic Train Operation“, kombiniert mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS („European Train Control System“).

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