Mittwoch, Mai 18, 2022
StartWIRTSCHAFTBeirat: Bochumer Professor soll neuer Volkswirt werden

Beirat: Bochumer Professor soll neuer Volkswirt werden

- Anzeige -


DDer Bochumer Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler Martin Werding soll neues Mitglied des Beirats zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden. Er wurde am Donnerstag von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) als Nachfolger des ausscheidenden Betriebsratsmitglieds Volker Wieland nominiert. Der 1964 geborene Rheinländer ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und Öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. In einer Pattsituation bei der Berufung von Ratsmitgliedern kommt nun Bewegung in die Sache.

Traditionell wird einer der fünf Stellen in dem im Auftrag des Bundes tätigen Gremium auf Vorschlag des Arbeitgebers und der Gewerkschaft besetzt. Nachdem Wieland, Professor für Monetäre Ökonomie in Frankfurt, 2013 von den Arbeitgebern nominiert worden war, war es nun an der BDA, einen Nachfolger für ihn zu finden. Werding hat in den vergangenen Jahren bereits einige Erfahrungen als Politikberater gesammelt. Beispielsweise erstellte er im Auftrag des Bundesfinanzministeriums mit dem ifo Institut langfristige Projektionen zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen.

Vorerst bleibt jedoch unklar, wer die Nachfolge des Freiburger Ökonomen Lars Feld im Sachverständigenrat antreten wird. Feld war auf Vorschlag der Regierung seit 2011 Mitglied des Rates, doch im Frühjahr 2021 wurde ihm eine dritte Amtszeit unter der schwarz-roten Regierungskoalition verwehrt. Hintergrund waren parteipolitische Auseinandersetzungen um die Ausrichtung des Gremiums. Seitdem ist sein Posten vakant, von ehemals fünf „Weisen“ sind nur noch drei übrig: die Ökonomen Veronika Grimm und Monika Schnitzer (auf Vorschlag der Regierung) sowie Achim Truger (auf Vorschlag der Gewerkschaften). ). Der Personalvorschlag der Arbeitgeber könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Ampelregierung bei der Klärung der Nachfolge des Bereichs bald vorankommt.

Werding hat in den vergangenen Jahren auch eine beim BDA eingerichtete Sozialstaatskommission geleitet und damit 2020 einen umfassenden Bericht vorgelegt. Er soll zeigen, wie die Sozialausgaben stabilisiert werden können, damit die Sozialversicherungsbeiträge nicht über 40 Prozent des Bruttolohns steigen . Dabei spielte die Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung eine zentrale Rolle. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger lobte Werding am Donnerstag als Wirtschaftswissenschaftler, dessen Sachverstand außer Frage stehe. „Wir verbinden unseren Vorschlag mit der Erwartung, dass es gemeinsam gelingen wird, den Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft zu einem bekannten und allgemein anerkannten Gremium der Politikberatung zu machen“, erklärte Dulger. Wieland hatte im April überraschend seinen Rückzug aus dem Gemeinderat bekannt gegeben.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare