Freitag, Januar 21, 2022
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Beitrag von 0,5 Prozent zum BIP Der Erfolg von Biontech hilft der Wirtschaft, sich zu erholen

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Führende Ökonomen sind überzeugt, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 ohne den Impfstoffhersteller Biontech deutlich geringer ausgefallen wäre. Von einem „Biotech-Effekt“ ist die Rede. Der Erfolg des Mainzer Corona-Impfstoffs ließ das BIP-Wachstum von 2,2 auf 2,7 Prozent steigen.

Ohne den Geschäftserfolg von Biontech mit seinem Covid-19-Impfstoff wäre der Aufschwung der deutschen Wirtschaft 2021 eine Nummer kleiner ausgefallen. Etwa 0,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürften die inzwischen weltberühmten Mainzer beigetragen haben, schätzen sowohl das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) als auch das Kieler Institut für die Weltwirtschaft (IfW). „Es gibt einen klaren Biontech-Effekt“, sagt der Wissenschaftliche Leiter des IMK, Sebastian Dullien.

Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes wuchs Europas größte Volkswirtschaft im Jahr 2021 um 2,7 Prozent. Ohne den Erfolg von Biontech wären es nach Einschätzung der Institute nur 2,2 Prozent gewesen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein einzelnes deutsches Unternehmen so viel zum Wachstum beigetragen hat“, sagte Dullien.

IfW-Volkswirtschaftschef Nils Jannsen stimmt dem zu. Erstmals wurden die zum Jahresende fälligen Lizenzeinnahmen des Impfstoffentwicklers Biontech in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts einbezogen. „Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2021 durch Biontech um rund ein halbes Prozent angekurbelt worden sein“, sagte er. „Das ist ein Sonderfall.“ Der Effekt schlägt sich in höheren Dienstleistungsexporten nieder.

Das Statistische Amt bestätigt, dass Biontech die Wirtschaft spürbar angekurbelt hat. „Der Einfluss ist spürbar, das ist klar“, sagte Michael Kuhn vom Statistischen Bundesamt. Genauer wollte sich die Behörde aber nicht äußern. „Wir werden keine Angaben zu einzelnen Unternehmen machen“, sagte Kuhn, auch wenn das Thema viele interessiert.

Mit seinem Corona-Impfstoff – dem ersten auf dem Markt erhältlichen Produkt des Unternehmens seit seiner Gründung im Jahr 2008 – hat Biontech im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben zwischen 16 und 17 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Das ist ein gewaltiger Sprung: 2020 lag der Umsatz unter eine halbe Milliarde. „Das ist ein massiver Anstieg, der das gesamte deutsche Wirtschaftswachstum betrifft“, sagte Dullien.

Zudem bezieht Biontech vergleichsweise wenige Vorprodukte aus dem Ausland, die für die BIP-Berechnung vom Produktionswert abgezogen werden müssten. „Das ist also fast eine rein inländische Wertschöpfung“, sagte Dullien. „Das wirkt sich direkt positiv auf das Wirtschaftswachstum aus.“

Biontech lässt den Impfstoff auf Basis der neuen mRNA-Technologie zum Beispiel in Marburg produzieren und kassiert auch beim US-Partner Pfizer Milliardengebühren. Der beeindruckende Erfolg des Unternehmens zeige, dass es in Deutschland eine hervorragende Forschungslandschaft gebe, sagt Dullien.

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