Mittwoch, Oktober 27, 2021
StartWIRTSCHAFTBereit, aber nicht am Netz Viele Solaranlagen warten auf ihre Inbetriebnahme

Bereit, aber nicht am Netz Viele Solaranlagen warten auf ihre Inbetriebnahme

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Etwas weniger als die Hälfte des deutschen Strommixes stammt aus erneuerbaren Energien – und es könnten noch mehr sein. Der Solarverband beklagt, dass viele Anlagen zwar fertig sind, aber nicht ans Netz gehen sollen. Grund sind Wartezeiten bei Zertifizierungsverfahren.

In Deutschland sind nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft viele bereits fertiggestellte Solaranlagen noch nicht am Netz. Der Grund, warum der klimafreundliche Strom nicht eingespeist werden konnte, sei ein Engpass in der Zertifizierungsgesellschaft gewesen, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Wartezeiten betragen manchmal bis zu einem Jahr.“

Körnig kritisierte, dass die Grenze, ab der eine Anlage zertifikatspflichtig ist, kürzlich von 1 Megawatt auf 135 Kilowatt gesenkt wurde. „Die Zertifizierung betrifft mittlerweile eine viel größere Zahl von Anlagen sowie Planungs- und Montagefirmen.“ Der Aufwand wurde von allen Seiten „klar unterschätzt“. Die Grenze von 135 Kilowatt sei „eindeutig zu niedrig“.

Der TÜV Süd als eine der Zertifizierungsgesellschaften bestätigte die längere Laufzeit aufgrund der komplizierteren Zulassung. „Derzeit erleben wir relativ häufig, dass unsere Kunden im laufenden Zertifizierungsprozess ihre Unterlagen verbessern müssen, um die Konformität mit den Netzanschlussregeln bestätigen zu können“, so der TÜV. Dies führt nicht nur bei den Betreibern, sondern auch bei den Zertifizierern zu einem erheblichen Mehraufwand.

In den ersten drei Quartalen ging der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix zurück. Schuld daran sind nicht die langen Zertifizierungsverfahren für Solaranlagen, sondern insbesondere die schwächeren Windverhältnisse. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gaben bekannt, den Anteil nach 48 Prozent auf rund 43 Prozent reduziert zu haben. Viel Sonnenschein und der kontinuierliche Ausbau von Photovoltaik-Anlagen hätten hingegen dazu geführt, dass 7,8 Milliarden Kilowattstunden Strom von Photovoltaik-Anlagen erzeugt würden. Das sind elf Prozent mehr als im bisher stärksten Monat Juni 2019 mit 7 Milliarden Kilowattstunden.

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