Mittwoch, Januar 19, 2022
StartWIRTSCHAFTBiontech startet die Produktion. Omikron-Impfstoff soll ab März verfügbar sein

Biontech startet die Produktion. Omikron-Impfstoff soll ab März verfügbar sein

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Ob wegen der Omikron-Variante ein angepasster Impfstoff erforderlich ist, haben die Behörden noch nicht entschieden. Davon gehen Biontech und Pfizer aus und wollen im Januar mit den Studien beginnen. Zudem werden bereits fast ein halbes Dutzend Krebsimpfstoffe getestet.

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit der Produktion eines auf die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für die spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Eine klinische Studie zu dem Impfstoff wird Ende Januar beginnen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis März marktreif sein werden, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank JP Morgan. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat noch nicht mitgeteilt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als der derzeit verwendete Impfstoff für notwendig hält.

Für das Gesamtjahr erwarten Biontech und Pfizer eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoffdosen weltweit. „Wir gehen davon aus, dass auch 2022 eine starke Nachfrage nach unserem Impfstoff bestehen wird“, sagte Sahin in seiner Online-Präsenz.

Er rechnet mit Einnahmen zwischen 13 und 17 Milliarden Euro, wie die Präsentation zeigt. Im vergangenen Jahr dürfte der Impfstoffumsatz wie zuvor prognostiziert bei etwa 16 bis 17 Milliarden Euro gelegen haben. Der Marktanteil des Impfstoffs wurde zum Jahresende auf 74 Prozent in den USA und 80 Prozent in Europa geschätzt. Das Unternehmen stehe noch im Gespräch mit den Behörden über die Zulassung auf dem wichtigen chinesischen Markt, sagte CEO Sean Marett.

Der milliardenschwere Umsatz des Impfstoffs, des ersten Produkts auf dem Markt seit seiner Gründung im Jahr 2008, sei laut Sahin eine „historische Chance, unsere Vision durch Reinvestition in das Unternehmen zu beschleunigen“. Er denkt auch über weitere Akquisitionen nach. Ermutigt durch die Gewinnaussichten hat Biontech klinische Studien am Menschen mit verschiedenen Produktkandidaten beschleunigt – die mit Abstand teuerste Phase der Entwicklung neuer Medikamente.

Im vergangenen Jahr begann Biontech mit fünf klinischen Studien mit Krebsmedikamenten, die zuvor nicht am Menschen getestet wurden, und verlagerte zwei Studien in die zweite Phase der Entwicklung. Darüber hinaus hat Biontech einen Grippeimpfstoff in der ersten Phase der klinischen Entwicklung und plant, in diesem Jahr mit vier Impfstoffkandidaten gegen Herpes Zoster, Malaria, Tuberkulose und Herpes simplex klinische Studien am Menschen zu beginnen. Die Zahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung stieg im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf über 850.

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