Donnerstag, August 11, 2022
StartWIRTSCHAFTBörsengang: Katar will offenbar bei Porsche einsteigen

Börsengang: Katar will offenbar bei Porsche einsteigen

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EINArabische Staatsfonds wollen sich offenbar am Porsche-Börsengang beteiligen. Der VW-Großaktionär Qatar Investment Authority habe sich entschieden, strategischer Investor bei dem Sportwagenhersteller zu werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag.

Katar hält 17 Prozent der Stimmrechte am Volkswagen Konzern und ist damit drittgrößter Anteilseigner nach der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen. Auf den Bericht angesprochen, verwies ein Porsche-Sprecher auf den VW-Konzern. Eine VW-Sprecherin sagte, es gebe keine neuen Entscheidungen, weitere Informationen würden im Spätsommer vorliegen. Auch die Qatar Investment Authority lehnte es auf Anfrage ab, sich zu dem Bericht zu äußern.

Dem Bericht zufolge gehören neben Katar auch die Staatsfonds Mubadala und ADQ aus Abu Dhabi zu den potenziellen Investoren. Auch in Saudi-Arabien besteht Interesse. Außerdem wandten sich die VW-Berater an den norwegischen Staatsfonds und weitere Fonds in Malaysia und Kanada. Mubadala und ADQ reagierten nicht auf eine Anfrage der FAZ. Der norwegische Staatsfonds wollte den Bericht nicht kommentieren.

Porsche und VW wollen trotz schwierigem Marktumfeld an die Börse gehen. Ein Grund ist das große Interesse institutioneller Investoren. In Wolfsburg scheint es konkrete Hinweise darauf zu geben, dass Katar mitmischen will. Allerdings ist noch unklar, unter welchen Bedingungen dies geschehen soll. Laut Bloomberg könnte VW Ankerinvestoren mehr als 5 Prozent der Anteile anbieten.

Mitte Juli warben Porsche-Chef Oliver Blume und sein Stellvertreter und Finanzvorstand Lutz Meschke bei einem Kapitalmarkttag um Analysten und Investoren. Der scheidende VW-Chef Herbert Diess war im Juni selbst in Katar und sprach dort über den Börsengang. Diess wird Anfang September durch Blume ersetzt, der Porsche und VW in Personalunion führen soll. Dies stößt auf große Kritik von Analysten und Investoren, die unter anderem vor Interessenkonflikten warnen.

Der Börsengang von Porsche könnte einer der größten der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden. Der Sportwagenhersteller soll mit mindestens 60 Milliarden Euro bewertet werden. Das entspricht dem Wert, den Finanzvorstand Meschke bereits 2018 genannt hatte, als er erstmals über einen Börsengang sprach. Manche halten auch eine Bewertung von 100 Milliarden Euro für möglich.

Die Porsche-Aktien sollen zu gleichen Teilen in Vorzugs- und Stammaktien eingeteilt werden. 25 Prozent der Vorzugsaktien, also 12,5 Prozent der gesamten Aktien, werden über die Börse verkauft. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche Holding soll eine Sperrminorität von 25 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien halten. Nach aktueller Planung würde der Schritt aufs Parkett im vierten Quartal erfolgen. Die endgültige Entscheidung fällt Ende August oder Anfang September.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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