Freitag, August 12, 2022
StartWIRTSCHAFTBundesnetzagentur: Verbraucher sollen deutlich mehr Energie sparen

Bundesnetzagentur: Verbraucher sollen deutlich mehr Energie sparen

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DAus Sicht der Bundesnetzagentur müssen Verbraucher in Deutschland deutlich mehr Energie sparen, um eine Gasknappheit im Winter abzuwenden. Behördenchef Klaus Müller sagte der Zeitung „Welt am Sonntag“, dass die Reduzierung der Gaslieferungen aus Russland auf nur noch 20 Prozent der vereinbarten Menge bedeute, dass der Engpass nur in zwei Best-Case-Szenarien verhindert werden könne. „Für diese Szenarien müssen die Verbraucher allerdings mindestens 20 Prozent sparen – also deutlich mehr als bisher“, sagte Müller. „In allen anderen Szenarien droht bereits im Dezember eine Gasknappheit oder wir haben am Ende der kommenden Heizperiode niedrige Speicherstände.“

Neben den Einsparungen müsste auch der Gastransport in die Nachbarländer um 20 Prozent reduziert werden, zudem würden 10 bis 15 Gigawattstunden Gas aus anderen Ländern benötigt. „Wenn wir nicht viel sparen und kein zusätzliches Benzin bekommen, haben wir ein Problem“, sagte Müller.

Im Falle einer Gasknappheit sind Privathaushalte nicht vor vorgeschriebenen Beschränkungen geschützt. Grundsätzlich sind auch Regelungen denkbar, die nur die Beheizung einzelner Räume zulassen. „Ich möchte über nichts spekulieren, weil wir diese Diskussionen noch führen“, sagte Müller. „Aber ich will klarstellen: Um Arbeitsplätze zu sichern, halte ich Sparmaßnahmen für private Haushalte für legitim, solange sie den geschützten, lebenswichtigen Bereich nicht beeinträchtigen.“

Die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geforderte Gasförderung in Deutschland durch Fracking würde laut Müller nicht helfen, einen Gasnotstand zu verhindern. „Wir müssen uns zwei Winter anschauen, in denen wir noch auf russisches Gas angewiesen sind. Deshalb würde mir nur helfen, Gas in den nächsten 24 Monaten in die Speicher, in die Industrieanlagen oder in die privaten Heizungsanlagen zu geben“, sagte Müller. „Das wird Fracking in Deutschland nicht leisten.“

Längere Betriebszeiten für Atomkraftwerke schloss Müller nicht aus. Es gibt Herausforderungen bei der Versorgung der Kohlekraftwerke mit Kohle und eine Sondersituation in Frankreich, wo man auf deutschen Strom angewiesen ist. „Wir befürchten auch, dass viele Menschen elektrische Heizlüfter kaufen“, sagte Müller. „Das ist eine wahnsinnig teure Idee, denn selbst bei den aktuell astronomisch hohen Gaspreisen ist es immer noch 50 Prozent teurer, mit Strom zu heizen als mit Gas.“

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und einer drohenden Gasknappheit setzen viele Deutsche auf Strom als Alternative zum Heizen. In einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox gaben zehn Prozent der Befragten an, in den vergangenen sechs Monaten eine elektrische Heizung gekauft zu haben, also Heizlüfter, Heizstrahler oder Heizkörper. 11 Prozent planen dies und 19 Prozent erwägen dies.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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