Freitag, Januar 21, 2022
StartWIRTSCHAFTContainerchaos in China Omikron legt wichtigen Frachthafen lahm

Containerchaos in China Omikron legt wichtigen Frachthafen lahm

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Ausbrüche der neuen Virusvariante führen zu einer Verschärfung des Lieferkettendramas in China. Lkw-Spediteure in der Nähe des drittgrößten Frachthafens der Welt müssen ihre Arbeit einstellen. Containerschiffe steuern andere Häfen an, die bereits überladen sind. Die Folgen sind absehbar.

Seit zwei Jahren gab es keine Unterbrechung im Lieferkettendrama. Bevor sich die Lage auch nur im Entferntesten entspannen konnte, kündigte sich der nächste Stresstest mit der grassierenden Corona-Variante Omikron an.

Nach Angaben des US-Finanzportals Bloomberg ist der wichtige chinesische Frachthafen Ningbo südlich von Shanghai nur wenige Monate, nachdem er nach einem Corona-Shutdown wieder für betriebsbereit erklärt wurde, wieder ausgefallen. Virusausbrüche in Hafennähe hätten dazu geführt, dass Spediteure ihre Arbeit eingestellt hätten, heißt es.

Wegen des Mangels an Lkw-Fahrern weisen die Reedereien ihre Frachtriesen an, den drittgrößten Containerhafen der Welt zu umgehen und auf die bereits überlasteten Häfen in Shanghai und Xianmen auszuweichen. Nach Angaben von Spediteuren haben sich die Abfahrtszeiten in Shanghai aufgrund des zusätzlichen Andrangs bereits um eine Woche verschoben.

Immer mehr Städte in China haben derzeit mit Covid-Ausbrüchen zu kämpfen. So wird Omikron aus der Hafenstadt Dalian berichtet. Auch im Technologiezentrum Shenzen im Süden des Landes sind Krankheitsfälle aufgetaucht. Hier sollten die Frachter bereits im Hafen gestaut werden. Um die Lage zu entspannen, dürfen ab Freitag volle Container nur noch drei Tage vor Ankunft der Schiffe entladen werden, wird der Terminalbetreiber zitiert.

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, werden die Arbeiter vor den Neujahrstagen am Ende des Monats strengen Tests unterzogen. In der nordchinesischen Stadt Tianjen etwa müssen Arbeiter eine halbtägige Pause einlegen. Lkw-Fahrer müssen sich täglich testen lassen, bevor sie in die Häfen fahren. Die Kapazitäten sollen sich dadurch halbiert haben.

Experten gehen davon aus, dass die hochansteckende Corona-Variante die bestehenden Probleme in den Lieferketten verschärfen wird. Laut Vizepräsident Josh Brazil vom Logistik-Informationsunternehmen project44 werden Omikron und die bevorstehenden Schließungen zum chinesischen Neujahrsfest die angespannte Lage in den Häfen verschärfen. Das wiederum wird sich auf die Warenversorgung auswirken. Die Verbraucher hierzulande werden sich daher wohl nicht nur auf längere Wartezeiten einstellen müssen, sondern angesichts der Warenknappheit auch auf steigende Preise.

Omikron stellt China und seine strikte Zero-Covid-Strategie mit Massentests, Ausgangssperren, Quarantäne und Abschottung nicht nur in den Lieferketten auf die Probe. Die Winterspiele sollen am 4. Februar in Peking beginnen.

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