Montag, Januar 24, 2022
StartWIRTSCHAFTDie Konjunktur zieht an: Die deutsche Wirtschaft wuchs 2021 um 2,7 Prozent

Die Konjunktur zieht an: Die deutsche Wirtschaft wuchs 2021 um 2,7 Prozent

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Die deutsche Wirtschaft ist nach dem Corona-Crash auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent gewachsen. Bundesregierung und Ökonomen hatten ursprünglich mehr erwartet.

Die deutsche Wirtschaft hat sich 2021 vom Corona-bedingten Einbruch des Vorjahres erholt, wenn auch weniger deutlich als ursprünglich erwartet. Nach der ersten offiziellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 2,7 Prozent. Volkswirte hatten ursprünglich mit einem Plus von rund vier Prozent gerechnet. Die Bundesregierung hatte mit einem Wachstum von 3,5 Prozent gerechnet.

Das hat auch mit Lieferengpässen zu tun, unter denen laut Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) viele Unternehmen der Automobil-, Elektro- und Maschinenbauindustrie leiden. Die Engpässe bremsten die industrielle Wertschöpfung in den Jahren 2021 und 2022 um mehr als 50 Milliarden Euro. Der Mangel an Mikrochips, Bauteilen und Rohstoffen behinderte die Produktion noch lange.

„Der Aufholprozess bleibt intakt, bekommt aber im Winterhalbjahr eine Delle“, hatte Stefan Kooths, Leiter Konjunktur am IfW, bereits im September gewarnt. In den Jahren 2020 bis 2022 wird die Corona-Krise zu einem Wirtschaftsleistungsverlust von geschätzt 320 Milliarden Euro führen. Allein die Lieferengpässe kosten die Branche laut IfW 40 Milliarden Euro an Wertschöpfung.

Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwarten die Experten nun erst im ersten Quartal 2022 – sechs Monate später als zuvor. Der Kampf gegen das immer noch grassierende Coronavirus und die neuen Beschränkungen etwa im Einzelhandel dürften den Experten zufolge den privaten Konsum als wichtige Stütze der Wirtschaft schwächen.

Den Prognosen zufolge wird der Aufschwung ab dem Frühjahr 2022 an Fahrt aufnehmen – getrieben vor allem von der Kauflust der Verbraucher. Unter anderem die Bundesbank geht davon aus, dass die Menschen in Deutschland eine Zeit lang mehr Geld ausgeben werden als in Zeiten vor der Pandemie. Die Kassen vieler Haushalte sind gut gefüllt, etwa weil Reisen abgesagt und Freizeitaktivitäten vorübergehend eingeschränkt wurden.

Der BDI mahnt jedoch zur Vorsicht. Ihr Präsident Siegfried Russwurm sagte gestern, der erhoffte „Post-Corona-Boom“ sei bislang ausgeblieben. Eine Erholung wird sich bis zum Sommer verzögern, aber das ist ein eher optimistisches Szenario. Denn: Sollte die Omicron-Variante des Coronavirus ein Land wie China oder andere für Deutschland wichtige Märkte wie die USA de facto lahmlegen, hätte das verheerende Folgen für die deutsche Wirtschaft, so Russwurm.

Ökonomen gehen zudem davon aus, dass Unternehmen ab dem Frühjahr wieder mehr investieren, wenn weniger Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie herrscht. Für 2022 erwarten Volkswirte ein vergleichsweise starkes Wachstum der deutschen Wirtschaft zwischen 3,5 Prozent und gut vier Prozent.

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