Sonntag, November 28, 2021
StartWIRTSCHAFTDie neue Grundsteuer: Grundeigentümer müssen handeln

Die neue Grundsteuer: Grundeigentümer müssen handeln

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EINAuf dem Papier ist noch Zeit bis 2025, dann gilt die neue Grundsteuer. Aber bis dahin müssen Millionen von Immobilien neu bewertet werden. In der Praxis läuft die Zeit teilweise schon davon.

Dennoch sehen sich viele Unternehmen noch lange nicht auf die Grundsteuerreform vorbereitet. Das teilt die Unternehmensberatung KPMG mit, die rund 300 Unternehmen befragt hat. Demnach halten drei von vier Unternehmen die Reform für „komplex“ oder „sehr komplex“. Nur jedes zehnte Unternehmen fühlt sich „gut informiert“. Doch nicht nur die neue Grundsteuer betrifft sie – auch private Eigentümer müssen sie zahlen und sich auf die Umstellung vorbereiten.

Jürgen Lindauer, Director Tax bei KPMG, sieht schon jetzt die Zeit, für Immobilienbesitzer dringend zu handeln. Obwohl die Grundsteuerreform erst 2025 in Kraft tritt, müssen bis zum 1. Januar 2022 bundesweit rund 36 Millionen Immobilien neu bewertet werden. Ab dem Jahreswechsel startet die große Grundsteuerreform. „Denn ab dem 1. Juli nächsten Jahres müssen die Veranlagungserklärungen für die Liegenschaftswerte elektronisch eingereicht werden“, sagt Lindauer. Dies bedeutet in erster Linie, dass eine große Menge an Daten beschafft werden muss. „In vielen Fällen liegt diese aber gar nicht oder nicht im benötigten Format vor.“

Die Grundsteuer ist eine der wichtigsten Steuern in Städten und Gemeinden, deren Höhe Sie selbst bestimmen können. Im Jahr 2019 erhielten die Kommunen 14 Milliarden Euro durch die Grundsteuer B, die für Grundstücke gilt. Das waren 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dafür zahlt zunächst der Grundstückseigentümer. Wird das Haus jedoch vermietet, wird er die Kosten an die Mieter weitergeben. Mit den Einnahmen können die Gemeinden die Infrastruktur ausbauen und Kindergärten, Bibliotheken und Schwimmbäder betreiben.

Bisher basierte die Berechnung der Grundsteuer teilweise auf alten Grundstückswerten, die im Westen von 1964 und im Osten von 1935 stammen. Die alten Werte führen zu Ungleichbehandlung, wie das Bundesverfassungsgericht entschieden hat. In der Folge musste eine neue Bemessungsgrundlage und ein neues Grundsteuergesetz geschaffen werden, das den Ländern eine Abweichung davon erlaubt.

Bis Ende des Jahres haben die Bundesländer noch Zeit, alles fertig zu machen. Bayern hat gerade seine eigene Grundsteuer verabschiedet. Dort zählen nur die Grundstücksgröße und die Nutzungsart der Fläche, nicht aber die Lage. Verlassen Sie sich hingegen auf das föderale Modell, das den Wert der Immobilie berücksichtigt: Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die anderen Bundesländer weichen hiervon ab, haben eigene Modelle entwickelt oder haben das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Hans Volkert Volckens, Leiter Real Estate und Asset Management bei KPMG, kritisiert, dass die unterschiedlichen nationalen Regelungen nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Finanzverwaltungen kaum entlasten. „Für viele Unternehmen, deren Immobilien sich über verschiedene Bundesländer erstrecken, erschweren die unterschiedlichen Ländermodelle die Situation zusätzlich“, sagt er. Überraschend gering ist die Zahl der Beschäftigten, die sich in Unternehmen mit grundsteuerlichen Tätigkeiten befassen. Nur ein oder zwei Personen kümmern sich um mehr als die Hälfte. „Das ist alarmierend.“

Laut Umfrage hat jedes fünfte Unternehmen mit der Datenerhebung begonnen. Jeder Dritte sagt, er habe noch keine geplant. Volckens sieht die Herausforderungen im Detail. Insbesondere Unternehmen mit größeren Liegenschaften können ihre Liegenschaften nicht selbst vermessen, sondern müssten externe Experten einsetzen. Aber das bedarf einer Vorankündigung. „Es ist an der Zeit, der Grundsteuer mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt er.

Änderungen von Grundstücken und Liegenschaften, die nach dem 1. Januar 2022 eintreten, müssen dem Finanzamt innerhalb bestimmter Fristen gemeldet werden. Dazu gehören Umbauten, Erweiterungen, Nutzungsänderungen und vieles mehr. Lindauer warnt vor den Folgen: „Die Bescheide sind eine Steuererklärung, daher kann jeder Ausfall schnell unangenehme Folgen haben.“ ein Monat. Dadurch könnte es eng werden.

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