Montag, August 15, 2022
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Die Zinswende hilft: Die Commerzbank verdiente im zweiten Quartal deutlich mehr als erwartet

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DDer Umbau der Commerzbank schreitet voran. Im zweiten Quartal 2022 verdiente die Bank dank gestiegener Zinsen und laut eigener Aussage „starkem Kundengeschäft“ 470 Millionen Euro nach Steuern. Im Schnitt hatten Analysten lediglich einen Nettogewinn von 370 Millionen Euro prognostiziert. Im zweiten Quartal 2021 hatten Restrukturierungskosten Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank mit einem Minus von 527 Millionen Euro tief in die roten Zahlen getrieben.

Seitdem steht die Commerzbank aber unter der Führung von Manfred Knof, der sein Amt Anfang 2021 antrat, auf besseren Beinen, auch wenn es manchmal quietscht, wie Knof kürzlich in einem Interview mit der FAZ einräumte. 7.000 von 10.000 Aufhebungsverträgen mit Mitarbeitern sind bereits abgeschlossen, aber die digitalen Prozesse, die die persönliche Beratung ersetzen sollen, sind nicht immer vorhanden. Die Commerzbank gab am Mittwoch bekannt, im zweiten Quartal netto 89.000 Kunden verloren zu haben – angeblich weniger als geplant. Und wenigstens läuft das Geschäft.

Der Bereich Privat- und Unternehmerbank nahm 2,5 Milliarden Euro an Mitteln zu, auch das Volumen der vergebenen Kredite wuchs leicht. Operativ, also im Wesentlichen vor Steuern, trug die Privatkundensparte inklusive der polnischen M-Bank 377 (Vorjahresquartal: 99) Millionen Euro zum Ergebnis vor Steuern bei, das Firmenkundengeschäft als zweite Sparte 325 (241) Millionen Euro. Millionen zum Rohertrag. Geschäftsführer Manfred Knof zeigte sich zufrieden. „Im ersten Halbjahr haben wir das Ergebnis in beiden Segmenten stärker als erwartet gesteigert und unser operatives Ergebnis mehr als verdoppelt. Die starke Ergebnisentwicklung ist ein klarer Beweis dafür, dass unsere Strategie 2024 greift.“

Im ersten Quartal 2022 hatte die Commerzbank bereits 298 Millionen Euro nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verdient, so dass dieser Nettogewinn für das erste Halbjahr 2022 nun 768 Millionen Euro beträgt. Damit ist das von Vorstandsvorsitzendem Manfred Knof dafür gesetzte Ziel erreicht Jahresüberschuss von 1 Milliarde Euro in Reichweite. Im Frühjahr 2023 will der Vorstand 30 Prozent des 2022 erzielten Jahresüberschusses an die leidgeprüften Aktionäre ausschütten, darunter der Bund mit gut 15 Prozent. Es wäre erst die dritte Dividende seit 2008.

Die Commerzbank geht in ihrer Jahresplanung seit Jahren vergeblich von steigenden Zinsen aus. Nun profitiert sie von der Zinswende der Notenbanken im Kampf gegen die galoppierende Inflation. Die Unternehmenseinnahmen stiegen um 30 Prozent, während die Kosten um 16 Prozent sanken. Auffällig ist hier, dass die Commerzbank 350 Filialen schloss und bereits Ende Juni das Ziel von nur 450 Filialen erreicht hatte. Allerdings musste die Commerzbank am Mittwoch ihr Kostenziel für dieses Jahr leicht auf 6,4 Milliarden Euro anheben – wegen um 100 Millionen Euro höherer Pflichtbeiträge zur Einlagensicherung in Polen. „Dies sollte jedoch durch stärkere Ergebnissteigerungen mehr als kompensiert werden“, heißt es in der Pressemitteilung vom Mittwoch.

Die Commerzbank muss jetzt nur noch 55 Cent aufwenden, um einen Euro Einnahmen zu erwirtschaften, im ersten Halbjahr 2021 waren dafür knapp 73 Cent nötig. Auch die Netto-Eigenkapitalrendite (rot) bewegt sich mit 5,4 Prozent in die richtige Richtung, ist aber im Branchenvergleich noch zu niedrig.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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