Sonntag, Januar 23, 2022
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DIW-Chef warnt vor Negativtrend der deutschen Wirtschaft "prekäre Lage"

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DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht keinen Anlass, in der Corona-Krise Entwarnung zu geben. Die deutsche Wirtschaft sei stark gewachsen, dürfte aber schrumpfen, wenn Omikron „viele Menschen dazu zwingt, sich krankschreiben zu lassen oder in Quarantäne zu gehen“, sagte der Ökonom.

Das deutliche Wirtschaftswachstum in Deutschland im vergangenen Jahr ist laut DIW-Chef Marcel Fratzscher kein Grund zur Freude. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer prekären Lage“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der „Rheinischen Post“.

„Sie ist wahrscheinlich im vierten Quartal geschrumpft und könnte auch im ersten Quartal schrumpfen, wenn sich die Inzidenzzahlen weiter entwickeln und viele Menschen gezwungen sind, sich krankschreiben zu lassen oder in Quarantäne zu gehen“, erklärte der Ökonom.

Trotz weltweiter Lieferschwierigkeiten und der Viruspandemie ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 2,7 Prozent gestiegen. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes ist die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal jedoch um 0,5 bis 1,0 Prozent zurückgegangen. Er halte es für sehr unwahrscheinlich, dass der Bund die Schuldenbremse 2023 wieder einhalten könne, sagte Fratscher.

Zuversichtlicher zeigte sich dagegen der Leiter des ifo Instituts, Clemens Fuest. „Dass die Schuldenbremse ab 2023 wieder eingehalten wird, ist einfach eine Vorgabe des Grundgesetzes“, sagte er der Zeitung. Die Schuldenbremse zwingt den Staat, Ausgaben zu priorisieren.

„Wenn die Priorität für Investitionen steigt, sinkt die Priorität für Konsumausgaben“, sagt Fuest. An Geld für Investitionen werde es 2023 nicht mangeln, glaubt er nicht. „Wahrscheinlicher wird es sein, dass das Geld nicht abfließt, weil der Planungsprozess noch nicht abgeschlossen ist.“ Finanzminister Christian Lindner bekräftigte am Freitag, die Schuldenbremse ab 2023 einhalten zu wollen.

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