Montag, Januar 24, 2022
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EnBW-Chef Frank Mastiaux "Wir reichen 18.000 Seiten für einen Windpark ein"

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Robert Habeck will das Tempo beim Klimaschutz deutlich erhöhen. Ähnlich äußert sich EnBW-Chef Frank Mastiaux: Der Umbau der Energieversorgung sei ambitioniert, aber notwendig und lösbar – aber alles müsse drei- bis viermal so schnell gehen.

Wir müssen dreimal schneller werden – die Kernbotschaft sendete Wirtschaftsminister Robert Habeck in dieser Woche, als er sein Klimaschutz-Sofortprogramm vorstellte und von einer „Riesenaufgabe“ sprach. Allein um Millionen Autos, Heizungen und die Industrie zu elektrifizieren, wird viel mehr Strom benötigt.

Aber können wir auch diesen Bedarf decken? EnBW-Chef Frank Mastiuax hält die Klimaziele der neuen Regierung für ambitioniert, aber machbar. „Ja, das können wir“, sagte er im Podcast „Die Stunde Null“ über den steigenden Strombedarf. Aber man sollte nicht alles auf eine Karte setzen. „Es reicht zum Beispiel nicht, nur erneuerbare Energien auszubauen oder die Netze stabil zu halten. Das Gesamtkonzept muss richtig ausgearbeitet werden.“

Dazu gehört zum Beispiel der Bau von Gaskraftwerken. „Für die Übergangsphase brauchen wir einen relativ großen Bestand an Gaskraftwerken.“ Ihre Kraft benötige man „auf Knopfdruck“ bei Flaute und Dunkelheit, „um rund um die Uhr sicher und zuverlässig die benötigte Energiemenge bereitstellen zu können“. Der EnBW-Chef geht von mindestens 20 Gigawatt aus, das wären rund 40 Anlagen.

Mastiaux, der seit 2012 an der Spitze von Deutschlands drittgrößtem Stromkonzern steht, berechnete den Strombedarf am Beispiel von E-Autos: „Eine Million Elektroautos verändern den Strombedarf um ein halbes Prozent. Das klingt nach wenig. Mit.“ 15 Millionen E-Autos, die jetzt im Einsatz sind, sind für 2030 geplant, da haben wir schon jetzt einen Mehrbedarf zwischen fünf und zehn Prozent. Das ist ambitioniert, aber machbar.“

Aus Sicht des EnBW-Chefs erfordert dies einen tiefgreifenden Kulturwandel. „Es geht um eine deutliche Veränderung in der Art und Weise, wie wir Projekte in Deutschland managen“, sagte er. Vor allem ist die Verwaltung auf das Ausmaß dieser Transformation nicht vorbereitet. „Wir haben genug Platz, wir haben die Experten, und wir als Industrie können diese Projekte umsetzen.“ Es muss einfach alles „drei- bis viermal so schnell“ gehen. Ein Onshore-Windprojekt beispielsweise dauert durchschnittlich 70 Monate, und 18.000 Seiten Papier müssen eingereicht werden. Auf See müsse „im Durchschnitt alle vier Monate ein großer Offshore-Windpark in Betrieb genommen werden“.

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