Freitag, Juni 24, 2022
StartWIRTSCHAFTEnde des Verbrennungsmotors: Das sind die Motoroptionen für die Klimaanlage

Ende des Verbrennungsmotors: Das sind die Motoroptionen für die Klimaanlage

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Mit dem Votum im Europäischen Parlament, den Verbrennungsmotor im Jahr 2035 zu beenden, fängt die Debatte um die Zukunft des Autos erst richtig an. Aus Sicht des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) ist der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe nicht in zwölf Jahren zu schaffen – vor allem, weil die Politik Voraussetzungen wie Ladesäulen, nachhaltige Energie oder Batterie zu wenig beachtet rohes Material. Umweltschützern ist das gewählte Datum 2035 zu weit weg: Am besten wäre es aus ihrer Sicht ohnehin, den Autoherstellern ein Bein zu stellen und damit den Individualverkehr generell einzuschränken.

Das Faktengewirr über den Autoantrieb der Zukunft, Klima und Industrie lässt viel Raum für ideologische Interpretationen. Schon der Ausgangspunkt der Begeisterung für Elektroautos ist eine Teilwahrheit: Stellt man ein vollgetanktes Verbrenner-Auto und ein voll aufgeladenes Elektroauto nebeneinander, stimmt es, dass der Elektroantrieb deutlich effizienter ist. Aber dieses Bild ist nur unvollständig. Denn für das Elektroauto müssen Batterien mit viel Energie gebaut werden, und dafür braucht es wiederum Seltene Erden, auch aus schwer nachweisbaren Quellen. Um Millionen von Elektroautos zu laden, sind immense Investitionen erforderlich, nicht nur für Ladestationen und das Stromnetz, sondern auch für die Bereitstellung von nachhaltig erzeugtem Strom. Aufgeladen mit dem heute üblichen Mix deutscher Stromerzeugung werden Elektroautos derzeit noch indirekt mit Kohle betrieben.

Für die großen Autohersteller ist das alles zweitrangig. Der Volkswagen Konzern will mit dem Umstieg auf Elektroautos die Sünden des Dieselskandals vergessen machen. Mercedes argumentiert, man könne es sich nicht leisten, verschiedene Antriebstechnologien zu entwickeln und alles auf eine Karte zu setzen. Nur BMW versucht, technologieoffen zu bleiben. Allerdings will sich kein Autohersteller dem Trend widersetzen, den das Start-up Tesla im Luxussegment etabliert hat. Niemand möchte als rückwärtsgewandt gelten. Doch Autohersteller haben es mit der Umstellung relativ leichter, sie können andere Zulieferteile für ihre Fahrzeuge ordern – und Batterien in Asien. Doch ein Zulieferer wie Mahle, der 71.000 Mitarbeiter hat und sich mit Kolben für Verbrennungsmotoren einen Namen gemacht hat, steckt in Schwierigkeiten.

Technisch haben Elektroautos zuletzt große Fortschritte gemacht. Die Besten schaffen in einer halben Stunde 20 bis 80 Prozent Akkuladung, für 200 bis 250 Kilometer. Doch bevor E-Autos die Welt der Verbrennungsmotoren ablösen können, sind noch Entwicklungsarbeit für mehrere Modellgenerationen und Skaleneffekte in Millionenhöhe nötig. Gleichzeitig sind aber die Rohstoffe zum Beispiel für Batterien so teuer geworden, dass es immer länger dauert, bis der Preis von Elektroautos auf das Niveau von Verbrennern sinkt.

Selbst wenn bis 2035 jedes Jahr Millionen von Elektroautos zugelassen würden, bestünde bis dahin immer noch die Hälfte oder zwei Drittel der europäischen Fahrzeugflotte aus Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor. Auch Strategien, die im EU-Parlament nicht mehrheitlich akzeptiert wurden, könnten an dieser Stelle helfen: Autos sollen nicht mehr mit fossilen Brennstoffen, dem CO2, betankt werden2 aus den Tiefen der Erdkruste in die Atmosphäre. Genau das lässt sich mit sogenannten E-Fuels vermeiden, denn diese Art von Benzin wird mit nachhaltigen Energien hergestellt, indem Wasserstoff erzeugt wird, der dann mit zusätzlicher Energie CO kombiniert wird2 aus der Luft hinzugefügt.

Dass Verbrenner-Autos klimaneutral gefahren werden können, will das Europäische Parlament nicht anerkennen, aus Angst, dies sei ein Vorwand, einfach an der alten Technik festzuhalten. Natürlich werden für E-Fuels noch viele hundert Quadratkilometer Solarzellen benötigt – dafür braucht es aber keine teure Batterietechnik und keine zusätzlichen Stromnetze, denn der Transport von klimaneutralem Benzin ist einfach.

Sowohl E-Autos als auch E-Fuels für Verbrennungsmotoren werden zum Schutz des Weltklimas benötigt. Von 1990 bis 2019 war die CO2-Die Emissionen des Verkehrssektors in Deutschland sind um 0,8 Prozent geschrumpft, weltweit aber um rund 80 Prozent gestiegen. Die Emissionen Deutschlands betragen 1,9 Prozent der weltweiten Emissionen des Verkehrssektors, die der EU 9,7 Prozent. Für das globale Klima und 1,5 Milliarden Fahrzeuge rund um den Globus müssen jedoch alle Optionen genutzt werden. Populistische Resolutionen von Abgeordneten greifen zu kurz.

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