Mittwoch, September 28, 2022
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Energiekrise: Weiteres Kohlekraftwerk wieder am Netz – auch Greenpeace ist dafür

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ichIn Deutschland wurde ein weiteres Kohlekraftwerk aus der Reserve genommen, um den Erdgasverbrauch bei der Stromerzeugung zu reduzieren. Das Kraftwerk Heyden im nordrhein-westfälischen Petershagen an der Grenze zu Niedersachsen sei seit Montagmorgen um 5.30 Uhr wieder regulär am Netz, sagte ein Sprecher des Betreibers Uniper. Der Umweltverband Greenpeace bezeichnete derweil die Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken für die Stromversorgung als notwendig. „Es ist bitter, aber unvermeidlich, dass bereits abgeschaltete Kohlekraftwerke wieder ans Netz gehen“, sagte Karsten Smid, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace, am Montag. „Um sich aus der politisch verschuldeten Abhängigkeit von Putins Gaslieferungen zu befreien, müssen Steinkohlekraftwerke kurzfristig in die Bresche springen.“ Damit dies kein Rückschritt für den Klimaschutz werde, müssten die nun zwangsläufig anfallenden Mehremissionen in den Folgejahren ausgeglichen werden, so Smid.

Greenpeace forderte jedoch, das Anfahren von Braunkohlekraftwerken für die Stromversorgung zu vermeiden. „Für eine sichere Stromversorgung muss kein einziges der besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke wieder hochgefahren werden – um die beschlossenen Klimaziele zu erreichen, dürfen sie auf keinen Fall wieder hochgefahren werden.“ sagte Smid. „Die hohen Preise für Gas und Strom zwingen zum sparsamen Umgang mit Energie und machen Wind- und Solarstrom unschlagbar günstig“, sagte der Greenpeace-Experte. Das am Montag wieder in Betrieb genommene Uniper-Kraftwerk in Heyden ist nach Angaben des Unternehmens mit einer Leistung von 875 Megawatt eines der leistungsstärksten Steinkohlekraftwerke Deutschlands. Sie ging 1987 in Betrieb und war zuletzt in der Netzreserve. Das bedeutet, dass es nur gelegentlich Strom für die Netzstabilität produzierte. Nach früheren Informationen soll es nun bis Ende April 2023 wieder auf den Markt kommen.

Seit dem 14. Juli erlaubt eine Verordnung, Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve zeitlich begrenzt wieder in Betrieb zu nehmen, um Gas einzusparen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur entfielen im Juli 9,8 Prozent der Stromerzeugung auf Gas. Das zum tschechischen Energiekonzern EPH gehörende Kraftwerk Mehrum im niedersächsischen Hohenhameln wurde Anfang August als erstes Steinkohlekraftwerk aus der Reserve gezogen.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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