Mittwoch, Oktober 20, 2021
StartWIRTSCHAFTEnergiepreise auf Rekordhoch: Regierung weist Angst vor Gasknappheit zurück

Energiepreise auf Rekordhoch: Regierung weist Angst vor Gasknappheit zurück

- Anzeige -


DDie Bundesregierung hat Befürchtungen vor Gasengpässen im kommenden Winter zurückgewiesen. „Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist nach wie vor hoch“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin. „Wir sehen derzeit keine Lieferengpässe.“ Die Nachfrage am Markt wird befriedigt. Trotzdem wird die Lage laufend beobachtet.

Die Gaspreise in Europa erreichen derzeit neue Höchststände. Gründe dafür sind die weltweit steigende Nachfrage und derzeit geringe Lagerbestände in der EU. Europaweit sind die Lager derzeit nur zu 77 Prozent gefüllt, nach Einschätzung von Experten wären zu dieser Jahreszeit Bestände von über 90 Prozent normal.

Laut Wirtschaftsministerium liegt der Gasspeicherstand in Deutschland derzeit bei 75 Prozent. Das sei „zugegebenermaßen noch niedriger als in den Vorjahren“, sagte die Sprecherin. Die Bestände stiegen jedoch langsam. Zudem seien bei einem derartigen Füllstand im Winter 2015 und 2016 „keine Engpässe“ zu beobachten. Nicht zuletzt der reine Anteil der Speicherfüllung ist nicht der einzige Hinweis darauf, dass die Summe in Deutschland „sehr hoch“ ist „.

Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise will die EU-Kommission prüfen, ob die Staaten gemeinsam Gas einkaufen könnten. Die Kommission teilte am Mittwoch in Brüssel mit, es werde geprüft, ob ein solches Vorgehen den Ländern Vorteile bringe. „Die derzeitige Situation ist außergewöhnlich, aber der Energiebinnenmarkt hat uns 20 Jahre lang geholfen“, sagte Energiekommissarin Kadri Simson.

Sie fügte hinzu, dass die bisherigen Reaktionen der Staaten auf die hohen Preise mit dem EU-Recht vereinbar seien. 20 Länder haben unter anderem mit Steuersenkungen oder Armenhilfe reagiert. In Deutschland treffen die hohen Energiepreise auf die Gespräche über die Regierungsbildung und die Bemühungen um die Erreichung der Klimaschutzziele. Unter anderem verteuert der Preis für CO2-Emissionen fossile Brennstoffe.

Gründe für die hohen Preise sind zum einen die wirtschaftliche Erholung der Bundesländer nach der Corona-Krise. Dazu trug auch der vergangene, vergleichsweise strenge Winter bei, da die Gasspeicher nicht so voll sind wie sonst.

Es gibt auch Stimmen, die Russland mitverantwortlich machen, weil es kaum zusätzliches Erdgas liefert. Dies nährt beispielsweise bei den Grünen in Deutschland den Verdacht, dass das Land versucht, Druck auf die Gaspipeline Nord Stream 2 auszuüben, damit diese schnell in Betrieb geht. Es durchläuft derzeit noch das Zertifizierungsverfahren bei der Bundesnetzagentur, erst dann kann es den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Russland hat sich in der Vergangenheit immer geweigert, Lieferungen zu ändern; alle Verträge würden eingehalten. Energieminister Nikolai Schulnigow sagte am Mittwoch, Russland könne durchaus mehr Erdgas nach Europa liefern – dafür müssten aber neue Verträge abgeschlossen werden. „Wir können über die gestiegene Nachfrage nach unserem Gas sprechen“, sagte er dem russischen Sender Rossija-24. Russland war und bleibt ein zuverlässiger Lieferant.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare