Dienstag, Januar 25, 2022
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Erfolg für indigenes Gericht in Chile stoppt umstrittenes Lithiumprojekt

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Die Salzseen der chilenischen Atamacama-Wüste bilden eine hervorragende Grundlage für die Lithiumgewinnung. Nachdem die Regierung zunächst zwei Großkonzernen die Finanzierung eines Millionenprojekts versprochen hatte, hat nun ein Berufungsgericht den Plan durchkreuzt.

Ein chilenisches Berufungsgericht hat ein umstrittenes Regierungsangebot für ein Multi-Millionen-Dollar-Lithiumabbauprojekt gestoppt. Das Gericht in der nördlichen Stadt Copiapó hat am Freitag (Ortszeit) den jüngsten Vertrag für ein chinesisches und ein chilenisches Unternehmen zunächst auf Eis gelegt. Die Bewerbung löste Kontroversen aus, weil sie nur zwei Monate vor dem Ende der Amtszeit des konservativen Präsidenten Sebastián Piñera erfolgte.

Damit bestätigte das Gericht eine Klage des Gouverneurs von Copiapó, Miguel Vargas, und einer Gruppe indigener Gemeinschaften, die eine Salzwüste in der Atacama-Wüste bewohnen. Während die Regierungsausschreibung den genauen Standort des Lithiumabbaus nicht spezifiziert, wird das Mineral üblicherweise in salzreichen Gebieten gefunden.

Die chinesische Tochtergesellschaft BYD Chile SpA und das chilenische Unternehmen Servicios y Operaciones Mineras del Norte SA haben sich vor zwei Tagen den Auftrag zur Produktion von jeweils 80.000 Tonnen Lithium über einen Zeitraum von 20 Jahren gesichert, wie das Ministerium für natürliche Ressourcen am Mittwoch mitteilte. Das Team des kürzlich gewählten linken Präsidenten Gabriel Boric hatte die Regierung jedoch gebeten, die Ausschreibungen zu verschieben, damit die neue Regierung die Bedingungen der Verträge erörtern kann.

Boric wird sein Amt im März antreten. Nach Angaben des Bergbauministeriums zielte die Ausschreibung darauf ab, Chiles Vormachtstellung auf dem globalen Lithiummarkt zurückzugewinnen. Bis 2016 war das Land mit einem Marktanteil von 37 Prozent der größte Produzent der Welt. Heute liegt es mit 32 Prozent hinter Australien an zweiter Stelle.

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