Dienstag, Oktober 19, 2021
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Evergrande-Krise in China Drittes Immobilienunternehmen meldet Probleme

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Die Situation in Chinas Immobilienbranche spitzt sich zu: Entwickler Fantasia schränkt den Handel mit seinen Anleihen ein und selbst ein kleineres Unternehmen kann Zahlungen nicht fristgerecht leisten. Laut einem Experten werden die nächsten sechs Monate entscheidend für die Branche sein.

Die Krise des wackeligen chinesischen Immobilienunternehmens China Evergrande breitet sich im Reich der Mitte immer mehr aus. Der ebenfalls träge chinesische Immobilienentwickler Fantasia hat nach einer Bonitätsherabstufung den Handel mit seinen Anleihen in Shanghai eingeschränkt. Zudem kündigte der kleinere Immobilienentwickler Modern Land an, Investoren auffordern zu wollen, einen Rückzahlungstermin für ausstehende Anleiheschulden zu verschieben.

Die Schritte der beiden Unternehmen machen deutlich, welche Welle die Evergrande-Krise nun in der chinesischen Immobilienbranche auslöst. Evergrande hat mehr als 300 Milliarden Dollar Schulden, von denen bald fast 150 Millionen Dollar an Auslandsschulden fällig werden. Die Geldgeber bereiten sich bereits auf drohende Zahlungsausfälle vor.

Für viele nichtstaatliche chinesische Immobilienentwickler gehe es nun darum, die nächsten drei Monate zu überleben, sagt Immobilienanalyst Cai Hongfei vom Brokerhaus Central Wealth Securities. „Sie nach ihrem Rückzahlungsplan in sechs bis zwölf Monaten zu fragen, ist eine Frage, die sie einfach nicht beantworten können.“ Die Fantasia-Bonds sollen nun erst nach Verhandlungen den Besitzer wechseln. Zuvor hatte die Ratingagentur China Chengxin International Credit Rating (CCXI) die Aktien herabgestuft. Bisher wurden diese an der Shanghai Stock Exchange gehandelt.

Zwei Fantasia-Anleihen wurden am Freitag vom Handel ausgesetzt, nachdem die Muttergesellschaft Fantasia Holdings am 4. Oktober die Frist für eine Anleiherückzahlung von 206 Millionen Dollar verpasst hatte. Die meisten Anleihentitel von Fantasia haben bereits rund 80 Prozent ihres Wertes verloren. Das kleinere Immobilienunternehmen Modern Land sagte, es werde seine Investoren bitten, die Fälligkeit einer am 25. Oktober auslaufenden US-Dollar-Anleihe um drei Monate zu verschieben. Auf diese Weise soll eine Insolvenz vermieden werden.

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