Sonntag, Januar 23, 2022
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FAZ-exklusiv: Siltronic-Verkauf kurz vor Zulassung aus China

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Die milliardenschwere Übernahme des deutschen Halbleiterkonzerns Siltronic durch den taiwanesischen Konkurrenten Globalwafers steht offenbar kurz vor der Genehmigung durch die chinesische Wettbewerbsbehörde. Der Verkauf des Münchner Unternehmens ist nur noch von der Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums abhängig. Alle Genehmigungen müssen bis zum 31. Januar vorliegen, sonst bricht der Verkauf zusammen.

„Wir warten noch auf die endgültige Zulassung in China. Aber alle Fragen sind beantwortet“, sagte die CEO von Globalwafers, Doris Hsu, am Dienstag der FAZ. Offenbar handelt es sich nur um ein technisches Verfahren. Hsu sprach von einer konstruktiven Diskussion mit China. Befürchtungen, dass sich die chinesische Regulierungsbehörde, die State Administration for Market Regulation (SAMR), angesichts des internationalen Wettbewerbs von industriepolitischen Erwägungen leiten lassen würde, wies Hsu zurück.

Durch die Übernahme würde Globalwafers nach dem japanischen Shin-Etsu-Konzern zum zweitgrößten Hersteller und Anbieter von Siliziumwafern weltweit werden. Die Akquisition im Wert von knapp 4,4 Milliarden Euro für Siltronic war zuvor von Regierungsbehörden in Europa, den USA, Korea und Japan genehmigt worden. Damit steht nur noch die Genehmigung des Bundeswirtschaftsministeriums aus.

Hsu sagte der FAZ: „Wir sind proaktiv und in konstruktiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden. Das selbsterklärte Ziel der neuen Regierung in Berlin ist es, Europa zu einem Powerhouse für die Chipproduktion zu machen, um in diesem Bereich wieder souverän zu werden. Der Hauptsitz von Globalwafers befindet sich in Taiwan. So gesehen sind wir kein europäisches Unternehmen. Vielleicht ist das ein Teil der Sorge. “

Die Übernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa anstrebt, den in den letzten 15 Jahren verlorenen Boden in der Halbleiterindustrie aufzuholen und eine gewisse Unabhängigkeit in dieser Schlüsselindustrie zu erreichen. In Dresden hat Deutschland den bislang größten Halbleiterstandort Europas. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Brüsseler Industriepolitik.

„Wir schätzen Deutschland für seine Leistungsfähigkeit und seinen hohen Organisationsgrad“, sagte Hsu. „Wir wissen auch, dass eine solche Übernahme in der regulatorischen Prüfung sehr kompliziert ist, aber zwölf Monate sind eine lange Zeit. Da sind wir etwas überrascht. Wir beschweren uns nicht, aber in dieser Zeit hätten wir fast die Hälfte einer neuen Fabrik fertig stellen können. „Das Bundeswirtschaftsministerium ließ am Dienstag eine Anfrage der FAZ zunächst unbeantwortet.

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