Freitag, Juni 24, 2022
StartWIRTSCHAFTFolge der Inflation: Die IG Metall fordert mindestens sechs Prozent mehr Lohn

Folge der Inflation: Die IG Metall fordert mindestens sechs Prozent mehr Lohn

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ichG-Metall-Chef Jörg Hofmann fordert mehr als sechs Prozent mehr Lohn für Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. „Wir brauchen eine kräftige Lohnerhöhung“, sagte Jörg Hofmann der „Süddeutschen Zeitung“, und er fügte hinzu: „Der Tarifvertrag muss zwei Jahre umfassen, 2022 und 2023. Wenn die Verhandlungen gut laufen, haben wir im November ein Ergebnis .“

Die Forderung komme zustande, indem man die Zielinflation der Europäischen Zentralbank (2 Prozent) zur Produktivitätssteigerung (1,1 Prozent) für zwei Jahre addiere, erklärte Hofmann. Allerdings hält er auch eine „Umverteilungskomponente“ für zwingend erforderlich, weil die Unternehmen derzeit so hohe Gewinne machen. Als der Journalist im Interview einwarf, dass sich das auf mindestens sieben Prozent Lohnerhöhung summiere, sagte Hofmann: „Oder darüber … mal sehen.“

Die Verträge für rund 3,7 Millionen Beschäftigte in den Kernbranchen der deutschen Industrie laufen Ende September aus. Bei bundesweiten Sitzungen der Landestarifkommissionen in der vergangenen Woche wurde deutlich, dass die IG Metall angesichts der hohen Inflation in den anstehenden Tarifverhandlungen eine deutliche Lohnerhöhung für ihre Mitglieder durchsetzen will. Eine genaue Tarifforderung muss vom Bundesvorstand der Gewerkschaft bestätigt werden, laut IG Metall soll dies am 11. Juli geschehen. In gesonderten Tarifverhandlungen in der nordwestdeutschen Stahlindustrie fordert die Gewerkschaft unter anderem 8,2 Prozent mehr Lohn für die 68.000 Beschäftigten.

Hofmann widersprach der Ansicht, dass deutliche Lohnerhöhungen eine Lohn-Preis-Spirale auslösen könnten. „Das sieht man daran, dass wir die EZB-Zielinflation von zwei Prozent als Maßstab nehmen und nicht die aktuelle Inflation von knapp acht Prozent. Denn dann wäre unsere Nachfrage zweistellig“, sagte er.

Auch in der Debatte um eine Überschusssteuer für Unternehmen, die durch Inflation Zusatzgewinne erwirtschaften, bezog der IG-Metall-Chef Stellung. „Ich bin dafür, die Mehrgewinne in allen Branchen abzuschöpfen, die in den letzten Jahren krisenbedingt überdurchschnittlich verdient haben. Nicht nur die Mineralölkonzerne“, sagte Hofmann, „auch Chemiekonzerne, Autobauer und Maschinenbauer freuen sich über Sondergewinne.“ Über die Vorteile einer solchen Sondersteuer für Mineralölkonzerne gehen die Meinungen unter Ökonomen und in der Ampelkoalition auseinander .

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