Donnerstag, Januar 20, 2022
StartWIRTSCHAFTFolgen des Fachkräftemangels: Viele Arbeitnehmer werden 2022 mehr Geld haben

Folgen des Fachkräftemangels: Viele Arbeitnehmer werden 2022 mehr Geld haben

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DDie meisten größeren Unternehmen planen, ihren Personalbestand im ersten Halbjahr 2022 zu erhöhen. Da das Personal angesichts der steigenden Nachfrage knapper wird, sind die meisten Arbeitgeber bereit, den Mitarbeitern mehr Löhne oder Gehälter zu zahlen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Personaldienstleisters Randstad und des ifo Instituts unter 630 Personalverantwortlichen, die im vierten Quartal des vergangenen Jahres stattfand. „Der Fachkräftemangel entwickelt sich immer mehr zu einem Arbeitskräftemangel – und das wirkt sich den Umfrageergebnissen zufolge deutlich auf die Gehälter aus“, sagt Hans Christian Bauer von Randstad.

Mit 73 Prozent rechnet die Mehrheit der Befragten mit steigenden Löhnen und Gehältern im Jahr 2022 und rechnet mit einem durchschnittlichen Plus von 4,7 Prozent. Ungelernte Arbeiter können mit einer Lohnsteigerung von 4,9 Prozent rechnen – etwas mehr als die erwarteten Gehaltssteigerungen für Führungskräfte (plus 4,7 Prozent) und für Facharbeiter ohne Führungsfunktion (plus 4,6 Prozent).

Vor allem Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor und dem Handel wollen ihre ungelernten Arbeiter besser bezahlen. Das liegt laut Randstad nicht nur am Fachkräftemangel, sondern auch an der Anhebung des Mindestlohns. Nach dem zuvor von der Mindestlohnkommission aufgestellten Plan soll dieser bis 2022 in zwei Stufen auf 10,45 Euro je geleistete Arbeitsstunde steigen. Die neue Bundesregierung will sogar eine Erhöhung auf 12 Euro durchsetzen.

Laut der Umfrage wollen vor allem größere Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitern im ersten Halbjahr 2022 ihre Belegschaft aufstocken. Auch der diese Woche vom FAZ-Archiv veröffentlichte Jobradar zeigte, dass größere Unternehmen ihren Ankündigungen aus dem Jahr 2021 zufolge wollen insgesamt deutlich mehr Stellen zu schaffen, als sie abbauen wollen.

Der Fachkräftemangel lässt diese Pläne allerdings ambitioniert erscheinen. Nahezu alle befragten Unternehmen, die ihre Belegschaft aufstocken wollen, stehen auf dem Weg dorthin vor Problemen. Ein Drittel der Dienstleistungsunternehmen und ein Drittel der kleineren Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten rechnen mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachkräften.

Ein Vergleich mit den Ergebnissen derselben Umfrage aus dem Vorjahr zeigt laut Randstad, dass sich das Problem des Fachkräftemangels verschärft hat. Für das Jahr 2022 suchen die befragten Unternehmen vor allem Fachinformatiker, CNC-Spezialisten, Steuerfachangestellte, Softwareentwickler, Ingenieure, Kraftfahrer, Mechaniker, Schlosser, Schweißer, Schreiner, Bäcker, Metzger, Gärtner oder Pflegehelfer. Bereits im Oktober gaben 43 Prozent der 9.000 vom ifo Institut vierteljährlich befragten Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihr Geschäft hemme. Der Anteil der von Personalengpässen betroffenen Unternehmen war so hoch wie nie zuvor. Zum Gesamtbild der Lage auf dem Arbeitsmarkt und in der Unternehmenswelt gehört aber auch, dass der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit im Dezember auf 2,6 Prozent gestiegen ist. Industrieunternehmen nutzen dieses Instrument besonders stark.

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