Mittwoch, Oktober 27, 2021
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Gemeinsamer Appell Landwirte und Umweltschützer wollen Kurswechsel Inmitten der Sondierungsgespräche fordern zehn Agrar- und Umweltverbände einen ökonomischen und ökologischen Kurswechsel der neuen Regierung. Dazu wollen sie an einem Strang ziehen. Von A. Seifert.

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Mitten in den Sondierungsgesprächen fordern zehn Agrar- und Umweltverbände von der neuen Regierung einen ökonomischen und ökologischen Kurswechsel in Deutschland. Dazu wollen sie an einem Strang ziehen.

Mehr Tierschutz, mehr Vielfalt, weniger Massenproduktion – aber mehr Qualität und Nachhaltigkeit: So soll sich die Landwirtschaft in der Bundesrepublik künftig positionieren, wie es zehn Agrar- und Umweltverbände fordern. Mit einem gemeinsamen Appell haben sie sich nun den Erkundungen für eine Regierungskoalition angeschlossen.

Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Werner Schwarz, sagte, die neue Bundesregierung müsse darauf hinarbeiten, diese Vorgaben in der kommenden Legislatur einzuführen. Das werde „nicht sofort umsetzbar sein“, sagte Schwarz. Aber es sei wichtig, dies rechtzeitig anzustoßen, damit Landwirte und Gesellschaft sehen, „dass sich da etwas bewegt und wir vorankommen wollen“.

Der Bauernverband spricht von einer ökologischen und ökonomischen Revolution. Nie zuvor wurde gemeinsam mit Umweltverbänden ein so deutlicher Appell für eine Änderung der Agrarpolitik formuliert. Zu den Unterzeichnern zählen die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, die Deutsche Landjugend, der Naturschutzbund und der Tierschutzbund.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist beigetreten. Nur der gemeinsame Weg führt zur Bewältigung der Herausforderungen, sagte Myriam Rapior von der BUNDjugend.

Der gemeinsame Appell hat einen Hintergrund: Die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ hat Ende Juni ihren Abschlussbericht vorgelegt – ein von der Bundesregierung eingesetztes Gremium aus Wissenschaftlern und Agrar- und Umweltverbänden. Die Kommission sprach sich für grundlegende Veränderungen aus – etwa um kleinere landwirtschaftliche Betriebe zu retten und sozial Benachteiligte angesichts immer teurerer Lebensmittel zu unterstützen.

Dieser Bericht müsse nun in die Sondierungsgespräche aufgenommen und später vollständig umgesetzt werden, fordern die Agrar- und Umweltverbände.

„Wir hatten keine andere Chance, etwas zu bewegen“, sagt der Vorsitzende des Bauernverbandes Schwarz. „Wenn wir über Tierhaltung sprechen, wollen wir darauf achten, wie das Konsumverhalten in Zukunft sein wird und dann unsere Tierhaltung darauf ausrichten.“

Kritik kam von den Verbraucherschützern von Foodwatch. Die Vorschläge sind unzureichend, insbesondere was den Klima- und Tierschutz betrifft.

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