Donnerstag, Januar 20, 2022
StartWIRTSCHAFTGeschickte Cyberangriffe Nordkorea stiehlt Rekordmenge an Kryptowährung

Geschickte Cyberangriffe Nordkorea stiehlt Rekordmenge an Kryptowährung

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Nordkorea finanziert offenbar seine Atomwaffen- und Raketenprogramme mit gestohlenen Kryptowährungen – und das ziemlich erfolgreich. Im vergangenen Jahr spülten Cyberangriffe fast satte 400 Millionen US-Dollar in die Kassen. Vermutet wird eine von den USA sanktionierte Hackergruppe.

Nordkorea hat Tausende von Hackern eingesetzt, um sich in Institutionen, Unternehmen und Akademiker in Südkorea und auf der ganzen Welt zu hacken. Angesichts der gegen das Land verhängten Sanktionen haben sie vor allem ein Ziel: neue Einnahmen generieren. Laut einem Bericht sind auch nordkoreanische Hacker damit äußerst erfolgreich. Berichten zufolge wurden im vergangenen Jahr bei mindestens sieben Angriffen auf Kryptowährungsplattformen fast 400 Millionen US-Dollar an digitalen Vermögenswerten gestohlen.

Dies machte 2021 laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis zu einem der erfolgreichsten Jahre für Cyberkriminelle im Land. „Von 2020 bis 2021 stieg die Zahl der Hacks, an denen Nordkorea beteiligt war, von vier auf sieben, und der aus diesen Hacks extrahierte Wert stieg um 40 Prozent“, zitierte der BCC den Chainalysis-Bericht. Die Angriffe sollen sich vor allem gegen Wertpapierfirmen und zentrale Börsen gerichtet haben. Nordkorea bestreitet, an dem Hacking beteiligt gewesen zu sein.

Die Hacker verwendeten eine Reihe von Techniken, darunter Phishing-E-Mails, Code-Exploits und Malware, um Gelder aus den sogenannten Hot Wallets der Organisationen abzuschöpfen und sie dann an von Nordkorea kontrollierte Adressen zu verschieben, sagte das Unternehmen.

In Wallets werden Kryptowährungen gespeichert. „Hot Wallets“ sind Speicherorte für Kryptowährungen, die mit dem Internet verbunden und daher angreifbar sind. Sie werden zum Senden und Empfangen von Kryptowährungen verwendet und ermöglichen Benutzern, die Anzahl ihrer Token anzuzeigen. Experten empfehlen, größere Mengen an Kryptowährungen, die nicht täglich benötigt werden, besser in „Cold Wallets“ zu verschieben, die vom Internet getrennt sind.

Laut Chainalysis wurden viele Angriffe wahrscheinlich von der sogenannten Lazarus-Gruppe durchgeführt, einer von den USA sanktionierten Hacking-Gruppe, von der angenommen wird, dass sie von Nordkoreas wichtigstem Geheimdienst kontrolliert wird. „Sobald Nordkorea an die Gelder kam, begannen sie mit einer sorgfältigen Geldwäsche, um sie zu vertuschen und einzutreiben“, heißt es in dem Bericht über die Cyberangriffe des letzten Jahres weiter.

Nordkoreas Hacking-Potenzial wurde erstmals 2014 wahrgenommen. Damals ging es um einen Angriff auf Sony Pictures Entertainment als Vergeltung für den Satirefilm „The Interview“, in dem Kim verspottet wurde. Pjöngjang wird außerdem verdächtigt, 2017 umgerechnet 67 Millionen Euro von der Zentralbank von Bangladesch und rund 50 Millionen Euro von der taiwanesischen Bank Far Eastern International gestohlen zu haben. Das Land wurde auch für den globalen Erpressungs-Cyberangriff WannaCry im Jahr 2017 verantwortlich gemacht.

Ein Gremium der Vereinten Nationen wirft Pjöngjang vor, gestohlene Kryptowährungen hauptsächlich zur Finanzierung seiner Atomwaffen- und Raketenprogramme zu verwenden. Allein für den Zeitraum von 2019 bis November 2020 wurden virtuelle Währungen im Wert von insgesamt rund 316 Millionen Dollar (262 Millionen Euro) gestohlen, heißt es in dem vertraulichen UN-Bericht, der von einem Expertengremium erstellt wurde, das Sanktionen gegen Pjöngjang prüft.

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