Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Gras im Garten: Gras drüber wachsen lassen

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gGräser liegen im Trend. Reit- und Lampenputzergras, Rutengras oder Chinaschilf schmücken immer mehr Gärten. Wo die Kleinen, aus denen der Rasen besteht, geschoren werden, dürfen Ziergräser wachsen und ihre volle Pracht entfalten. Gärtnereien bieten Dutzende von Sorten an. Aber welches Gras ist das richtige für ein Beet? Um das zu entscheiden, ist es wichtig, sich mit den allgemeinen und vielfältigen Eigenschaften dieser Pflanzen vertraut zu machen.

Gräser besiedeln die Welt. Sie sind die Pioniere, sie nutzen die Chance schnell. Süßgräser und Seggenpflanzen sind am häufigsten. Wenn der Boden feucht oder nass ist, wachsen Binsen und Rohrkolben. Auf der Südhalbkugel gibt es auch Restaurantkulturen. Zu jeder dieser fünf großen Familien gehören mehrere – manchmal mehrere hundert – Gattungen, und es gibt mehrere tausend Arten. Nur ein kleiner Bruchteil davon schafft es in ein Staudenbeet: diejenigen, die besonders attraktiv wirken und sich nicht zu stark ausbreiten.

Auch der Gärtner Karl Foerster beschäftigte sich eingehend mit den „Haaren von Mutter Erde“, wie er oft als das Gras bezeichnete. Mitte der 1950er Jahre verfasste er das Buch „Einzug der Gräser und Farne in die Gärten“, das längst zu einem Standardwerk geworden ist.

Aber es würde mehrere Jahrzehnte dauern, bis die Gräser wirklich ankommen. Daran beteiligt waren Wolfgang Oehme und Kurt Bluemel, zwei deutsche Gärtner, die in die USA ausgewandert sind. Oehme plant und bepflanzt seit den 1970er Jahren unkonventionelle, großzügige Staudenrabatten mit Gräsern, die sein Kollege Kurt Bluemel verwendet. Dies inspirierte rund zwanzig Jahre später die Gartendesignerin Petra Pelz. Der norddeutsche Gärtner Ernst Pagels hingegen erntet seit den 1980er Jahren chinesische Schilfsorten. Gärten ohne luftige Halme und Ohren sind mittlerweile kaum noch vorstellbar. Sie bilden den Gegenpol zum Laub von Hosta und Bergenia, zu Sonnenhut- oder Dahlienblüten.

Bei der Bepflanzung sind nicht nur Perspektive und Standortbedingungen zu berücksichtigen, sondern auch ob das Gras früh austreibt wie das Reitgras oder eher spät wie das Schilf, ob es im Winter trocken wird oder grün bleibt wie die Segge. Gras ist in jedem Fall ein guter Strukturbildner und sollte erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Denn dann schmückt es auch in den kargen Monaten das Bett.

Er sieht in seinem Aussehen vertraut aus, seine unscheinbareren Verwandten kennt man aus Wald und Wiese. Der Garten Reitergras (Calamagrostis x acutiflora) wächst aufrecht, ist eine Hybride, die auch in der Natur vorkommt. Die bekannteste Sorte ist „Karl Foerster“. Das grüne Laub treibt früh im Jahr aus und im Sommer wachsen die Stängel auf eineinhalb Meter. Die Blütenstände bleiben aufrecht, auch wenn sie trocken und gelblich-braun werden. Neben „Karl Foerster“ wird oft die Sorte „Waldenbuch“ angepflanzt, deren silberne Rispen etwas größer sind.

Diamondgrass hingegen ist auffälliger, erregt fast Aufmerksamkeit (Calamagrostis brachytricha). Große, sehr feine Ohren sitzen auf langen Stielen. Aus der Nähe sehen sie bezaubernd aus, aus der Ferne neigen sie dazu, im Beet Wolken zu bilden: Denn die einzelnen Blütenstände bilden so etwas wie einen blassvioletten Nebel. Das wiederum funktioniert gut zwischen klareren Strukturen, zum Beispiel denen von Herbstanemonen, Kerzen-Knöterich oder kleineren Bäumen. An einem sonnigen Platz auf frischem Boden sind sie gute Partner für alle Reitgräser.

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