Sonntag, Mai 22, 2022
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Hauptversammlung: VW-Chef Diess: „Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein“

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volkswagen will beim Verkauf von Elektroautos genauso profitabel sein wie im Geschäft mit Verbrennungsmotoren. „Wir gehen davon aus, dass das E-Mobility-Geschäft früher als geplant so profitabel sein wird wie unser Verbrennergeschäft“, sagte Vorstandschef Herbert Diess am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung. Denn der Konzern rollt sein Baukastensystem mit immer mehr Fahrzeugmodellen aus, immer mehr Fabriken werden auf die Produktion von Elektroautos umgestellt und die Plattformtechnik auch an Wettbewerber wie Ford verkauft. Bisher ging Volkswagen davon aus, in zwei bis drei Jahren mit E-Autos genauso viel zu verdienen wie mit konventionellen Verbrennungsmotoren.

Angesichts des Krieges in der Ukraine und des Lockdowns in Chinas Wirtschaftsmetropole Shanghai ziehen jedoch dunkle Wolken für die Wirtschaft auf. Volkswagen sei krisenfest, sagte Diess. „Dank gutem Krisenmanagement sind wir finanziell robust aufgestellt und haben unsere Widerstandskraft gestärkt.“ Das Management wird die Restrukturierung auch 2022 trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen weiter vorantreiben.

Diess hat eine leichte Entspannung der zusätzlichen Lieferschwierigkeiten durch den Ukraine-Krieg angedeutet – ein Ende des Konflikts ist seiner Einschätzung nach aber nicht so schnell zu erwarten. „Wir gehen davon aus, dass sich die Versorgungslage normalisiert, auch wenn der Krieg länger dauert“, sagte der Manager von Europas größtem Autokonzern. Die bisher gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen zeigten jedoch noch nicht die geplante Wirkung: „Die Hoffnung, den Krieg mit harten Sanktionen schnell zu beenden, hat sich nicht erfüllt.“

Unabhängig davon warnte der Vorstandsvorsitzende vor einer dauerhaften Abschottung der Russischen Föderation oder anderer Regionen. „Der voreilige Abgesang auf das Modell „Wandel durch Handel“ geht nicht weit genug. Blockbildung kann nicht unsere Antwort sein.“ Globale Probleme wie die „Klimakatastrophe“ können nur gemeinsam gelöst werden.

Neben den Engpässen bei der Versorgung mit dringend benötigten Mikrochips treffen seit Kriegsbeginn die Folgen weiterer unterbrochener Lieferketten die Branche. Dazu gehörten vor allem fehlende Kabelbäume, die Zulieferer in der Ukraine produzieren. „Wir konnten die Produktionsausfälle in Europa weitgehend kompensieren“, sagte Diess. Unter anderem baute Volkswagen die Produktion in Südamerika und China aus – eine Dauerlösung ist das aber nicht.

Volkswagen hat am Vorabend der Hauptversammlung angekündigt, in den USA in das lukrative Geschäft mit Pick-ups und Offroad-SUVs einzusteigen und zwei rein elektrische Modelle auf den Markt zu bringen. Der Aufsichtsrat hat am Mittwoch grünes Licht gegeben, die US-Traditionsmarke „Scout“ wiederzubeleben. Die Serienproduktion soll 2026 starten. Finanzielle Details nannte der Autokonzern nicht.

Reuters hatte zuvor aus Unternehmenskreisen erfahren, dass der Aufsichtsrat voraussichtlich 100 Millionen Euro für den Aufbau der Marke freigeben werde. Später sollten weitere Fonds folgen, für deren Finanzierung auch externe Investoren gewonnen werden sollten. Ein späterer Börsengang dieser Aktivitäten ist nicht ausgeschlossen. Auch über ein neues Werk wird diskutiert.

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