Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Herbstferien beflügeln Tourismus Deutsche reisen gerne ins eigene Land

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Der Tourismus in Deutschland boomt: Nordsee, Ostsee, Alpen, Mittelgebirge – viele Menschen haben während der Pandemie das eigene Land wiederentdeckt. Doch Reisende aus dem Ausland sind noch rar, und die hart getroffene Branche hofft auf einen goldenen Oktober.

Der Tourismus in Deutschland nähert sich dem Vorkrisenniveau, ist aber noch nicht ganz übertrieben. Im August stieg die Zahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und sonstigen Beherbergungsbetrieben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 13,4 Prozent auf 56,1 Millionen gegenüber dem Vorjahresmonat. Obwohl allein 51 Millionen Buchungen von inländischen Touristen getätigt wurden, lagen die Zahlen immer noch 3,1 Prozent unter August des Corona-Vorkrisenjahres 2019. Gefragt waren vor allem Ziele zwischen Nord- und Ostsee sowie den Alpen. Bei den Reisenden aus dem Ausland waren es trotz eines Plus von 10 Prozent immer noch 52,7 Prozent weniger als im Jahr vor der Corona-Krise.

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) blickt zuversichtlich in die Herbstferien, die in den ersten Bundesländern begonnen haben. „Ein goldener Oktober lässt die Filiale bundesweit wieder auf eine gute Auslastung hoffen. Die Nachfrage scheint gut“, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. Es sind jedoch noch kurzfristig Unterkünfte verfügbar.

Die Verluste durch die Pandemie seien nicht aufzuholen, Tourismusakteure könnten aber aufatmen, sagte Kunz mit Blick auf die Sommerferien. Einen weiteren Lockdown konnte der Tourismus in Deutschland jedoch nicht verkraften. „Impfungen sind in diesem Zusammenhang ein elementarer Aspekt“, warnte Kunz.

„Der Trend zu Kurzurlaub und Urlaub daheim hält an“, sagt Guido Zöllick, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Viele Menschen haben Deutschland als Reiseziel wiederentdeckt. Davon profitieren derzeit Unternehmen mit überwiegend touristischem Vertrieb. Laut einer aktuellen Dehoga-Umfrage meldeten sie im September ein Wachstum von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorkrisenmonat 2019, im August hatten sie einen Zuwachs von 3,0 verzeichnet. Geschäfts- und Tagungshotels, Event-Caterer sowie Clubs und Diskotheken klagten weiterhin über deutliche Umsatzeinbußen. Sorgen bereitet der Branche weiterhin der Fachkräftemangel. Laut der Umfrage unter rund 4600 Teilnehmern ist es für 79,6 Prozent der Unternehmen ein Problem.

Von Januar bis August des laufenden Jahres verzeichneten Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Campingplätze und andere Unterkünfte insgesamt 180,3 Millionen Übernachtungen. Das waren 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wegen der Corona-Pandemie war es einigen Bundesländern bis Juni teilweise untersagt, für Privatreisende zu übernachten. Das Verbot wurde dann je nach lokaler Pandemie-Situation regional gelockert.

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