Freitag, Juni 24, 2022
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ILA Air Show: Neue Chance für den Airbus 380?

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DDas 251. Exemplar sorgt für Gesprächsstoff. Die Fluggesellschaft Emirates hat ihren neuesten Doppeldecker Airbus A380 zur ILA Air Show nach Berlin gebracht. Für den Hersteller Airbus war es das letzte Riesenflugzeug, der letzte von 251 Bauaufträgen, die an nur 14 Fluggesellschaften weltweit gingen. Auf der Airshow, die sich sonst mit Bemühungen um eine klimafreundlichere Luftfahrt beschäftigt, ist allerdings auch die Frage aufgekommen, ob der Abgesang auf besonders große Passagierflugzeuge vielleicht verfrüht war.

Tim Clark, Chef von Emirates, hat maßgeblich dazu beigetragen. Mit 123 hatte die Fluggesellschaft fast so viele A380 übernommen wie alle anderen Fluggesellschaften der Welt zusammen. Und Clark ließ nun keinen Zweifel daran, dass er alle derzeit 119 A380-Flugzeuge im Portfolio von Emirates so schnell wie möglich wieder einsetzen will. Knapp 70 sind derzeit im Einsatz, doch mit der Aufhebung der Corona-Beschränkungen nimmt der Langstreckenflugverkehr wieder zu. Auch die Deutsche Lufthansa erwägt eine Kehrtwende. Noch in diesem Frühjahr hatte der Konzern eine Wiederinbetriebnahme des A380 kategorisch ausgeschlossen. Jetzt laufen die Prüfungen für den nächsten Sommer.

Der A380 hat die Luftfahrt lange gespalten, Passagiere und Piloten loben den Komfort, Lotsen bemängeln, dass es nur wenige Strecken gibt, auf denen der Gigant mit guten Margen betrieben werden kann. Lufthansa hatte deshalb schon vor Corona einen teilweisen Abschied vom A380 angekündigt. Emirates-Chef Clark scheint derweil überzeugt, dass die Luftfahrt in den nächsten Jahren sogar Bedarf an neuen, besonders großen Flugzeugen haben wird.

Am Rande der vor der ILA zu Ende gegangenen Konferenz des Luftfahrtverbandes Iata in Katar soll Clark sogar gesagt haben, die Airbus-Produktpalette sei zu klein. Sie endet derzeit mit dem A350-1000, dem größten Passagierflugzeugmodell nach dem Ende der A380-Produktion, mit rund 400 Sitzplätzen in drei Sitzklassen. Emirates kann in der Drei-Klassen-Version des A380 bis zu 517 Passagiere an Bord nehmen. Dass solche Flugzeuge auch in Zukunft notwendig sein werden, wird durch die engen Start- und Landefenster an Großflughäfen wie London Heathrow begründet. Aus Kapazitätsgründen ist es dort nicht möglich, mit mehr kleineren Flugzeugen die gleiche Anzahl an Passagieren zu befördern.

Die neue Freude am großen Airbus hat aber auch etwas mit dem Konkurrenten Boeing zu tun. Lufthansa-Chef Carsten Spohr begründet seine neuen Vorstellungen von einem zweiten Leben für den Kranich A380 damit, dass sich die 777X, die Neuauflage des derzeit größten Boeing-Modells, zunehmend verzögert. Ursprünglich sollten die ersten Flugzeuge in Dienst gestellt werden, nun werden sie im Jahr 2025 erwartet. Weil zeitgleich auch die Auslieferungen des Langstreckenmodells Boeing 787 wegen Problemen gestoppt wurden, erwägt Emirates weitere Bestellungen bei Airbus – auch für der A350-1000.

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