Donnerstag, Januar 20, 2022
StartWIRTSCHAFTIllegale Absprachen mit Meta US-Staaten werfen Google Marktmanipulation vor

Illegale Absprachen mit Meta US-Staaten werfen Google Marktmanipulation vor

- Anzeige -


Gegen Google richten sich bereits mehrere Klagen der US-Behörden. Nun wirft ein Staatenbund dem Konzern illegale Marktmanipulationsabsprachen mit der Facebook-Mutter Meta vor. Führungskräfte haben Online-Werbeauktionen beeinflusst, um die Konkurrenz zu übertreffen.

Mehrere US-Bundesstaaten werfen leitenden Angestellten von Google und Facebooks Muttergesellschaft Meta vor, direkt in illegale Absprachen verwickelt zu sein, um die Marktbeherrschung in der Online-Werbung zu erlangen. Die von Texas geführte Koalition reichte eine überarbeitete Version ihrer Klage gegen Google vom Dezember 2020 ein. Demnach waren Google-Chef Sundar Pichai und sein Stellvertreter Philipp Schindler sowie offenbar Meta-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg an den Vereinbarungen beteiligt.

Die Staaten werfen Google vor, Online-Anzeigenauktionen zu manipulieren, um jeglichen Wettbewerb auszuschalten. Die Auktionen sind ein ausgeklügeltes System, das anhand anonymer Benutzerprofile entscheidet, welche Anzeigen auf Websites erscheinen.

Nach Angaben der Staatsanwälte der beteiligten Staaten haben Google und Facebook im September 2018 eine Einigung erzielt. Diese wurde von Schindler und der „CEO und Mitglied des Facebook-Vorstands, die selbst zeitweise die Werbeabteilung bei Google geleitet hatte“ unterzeichnet. Der Name dieses Facebook-Vertreters wurde redigiert. Die Informationen zeigen jedoch, dass es sich um Sandberg handeln muss.

Die Klage zitiert auch eine E-Mail an Facebook-CEO Mark Zuckerberg, die anscheinend von Sandberg stammt. Sie bezeichnet die Vereinbarung mit Google als „strategisch sehr wichtig“. Weiter heißt es: „Wir stehen kurz vor der Unterzeichnung und brauchen die Genehmigung, um fortzufahren.“ Die Klage besagt auch, dass der Deal auch von Pichai, der Google und seine Muttergesellschaft Alphabet leitet, „persönlich genehmigt“ wurde.

Google reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach Kommentaren. Der Internetriese hat wiederholt Vorwürfe der Marktmanipulation zurückgewiesen. Meta sprach von einer „nicht-exklusiven Bietervereinbarung mit Google“. Ähnliche Vereinbarungen hat Meta auch mit anderen Plattformen getroffen und damit den Wettbewerb bei der Platzierung von Werbung erhöht.

Zwei weitere Klagen der US-Behörden richten sich gegen Google. In einem wirft die US-Regierung dem Unternehmen ein „illegales Monopol“ bei Online-Suche und Online-Werbung vor. Die im Oktober eingereichte Klage könnte zu einer Spaltung des Internetgiganten führen.

Laut dem Marktforschungsunternehmen eMarketer hatte Google im vergangenen Jahr einen Anteil von 28,6 Prozent am globalen Online-Werbemarkt. Dahinter folgt Facebook mit einem Marktanteil von 23,7 Prozent.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare