Dienstag, Dezember 7, 2021
StartWIRTSCHAFTKnow-how für die Batteriesparte: VW holt Top-Entwickler von Apple und BMW

Know-how für die Batteriesparte: VW holt Top-Entwickler von Apple und BMW

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FDer Volkswagen Konzern hat für den milliardenschweren Ausbau seines Batteriegeschäfts weitere Führungskräfte von Konkurrenten aus der Technologie- und Automobilindustrie rekrutiert. Unter anderem stellt Apples Chef der Batterieentwicklung, Soonho Ahn, das Wolfsburger Unternehmen ein. Wann genau der Südkoreaner mit dem größten europäischen Fahrzeughersteller starten wird, ist noch nicht klar. VW bestätigte das Top-Personal am Donnerstag auf Anfrage. Bei Konkurrent BMW gehen die Niedersachsen ebenfalls auf Könnerfischerei. Von dort soll Jörg Hoffmann kommen, zuletzt spezialisiert auf die Festzellentechnologie. Zuvor hatte das Manager-Magazin über den Wechsel berichtet.

Vor allem in der IT- und Automobilbranche wird Ahns Engagement für Aufsehen sorgen. VW-Chef Herbert Diess sieht in den amerikanischen und asiatischen Technologieriesen im Wesentlichen die wichtigsten Konkurrenten für die nächsten Jahre bei der weiteren Vernetzung von Mobilität und autonomem Fahren. Aber auch die weitere Optimierung der Batterietechnik und der Bau eigener Zellwerke gelten als entscheidende Kompetenzen – gerade im Rennen mit Tesla. Im September hatte Volkswagen gerade Sebastian Wolf vom chinesischen Batteriezellenhersteller Farasis eingestellt.

Im Fall von Apple kommt hinzu, dass das eigene, geheimnisumwitterte Autoprojekt „Titan“ die traditionellen Hersteller unter Druck setzt. Auch die südkoreanischen Zulieferer Kia und Hyundai sollen die Kalifornier im Blick haben, die sie bei der Weiterentwicklung eines „iCar“ unterstützen könnten. Ahn war bereits in leitenden Funktionen unter anderem bei Samsung und LG tätig.

Volkswagen plant zunächst den Bau von sechs eigenen Batteriezellfabriken in Europa. Neben Salzgitter ist Skellefteå bereits in Nordschweden angesiedelt, und ein dritter Standort in Spanien hat gute Perspektiven. Auch Betriebsräte befürworten ein weiteres deutsches Zellwerk. Auch Sachsen und Niedersachsen sollen nach Branchenkreisen im Rennen sein, auch Standorte in Osteuropa werden geprüft. VW kooperiert mit Partnern wie Northvolt aus Schweden und Gotion aus China.

In der derzeit dominierenden Batterietechnologie übernehmen Lithium-Ionen den Ladungstransport zwischen den Zellelektroden. Das Alkalimetall ist jedoch wie andere Batterierohstoffe oft knapp und muss zunächst wasser- und energieintensiv gewonnen werden. In Festkörperbatterien werden beispielsweise Keramikelemente zwischen den Polen verwendet. Die Ziele sind höhere Reichweiten und schnelleres Laden. Im Feststoffbereich hat VW in das US-Unternehmen Quantumscape investiert – auch hier wird über ein mögliches Zellwerk in Salzgitter nachgedacht. Für eine weitere Finanzierung ist ein Börsengang der Batteriesparte denkbar.

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