Donnerstag, Januar 27, 2022
StartWIRTSCHAFTKonzern legt Zahlen vor: SAP schafft Trendwende in Richtung Cloud-Geschäft

Konzern legt Zahlen vor: SAP schafft Trendwende in Richtung Cloud-Geschäft

- Anzeige -


Deutschlands größter Softwarekonzern SAP machte im vergangenen Jahr deutlich mehr Umsatz mit Cloud-Services als erwartet – zu Lasten der Gewinnmarge, die nicht mithalten konnte.

Der Walldorfer Softwareanbieter SAP hat seine im vergangenen Jahr gesteckten Unternehmensziele übertroffen und die Wende hin zum Cloud-Geschäft und weg vom Verkauf von Softwarelizenzen geschafft. Der Umsatz mit Cloud-Diensten stieg um ein Sechstel auf 9,42 Milliarden Euro. Im wichtigen vierten Quartal betrug das Plus sogar 28 Prozent, während der Gesamtumsatz nur um sechs Prozent zulegte.

Allerdings konnten die Gewinne mit dem starken Wachstum nicht Schritt halten. Das operative Ergebnis schrumpfte um ein Prozent auf 8,23 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 5,38 Milliarden Euro, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Das Management um CEO Christian Klein hatte bereits vor zu hohen Erwartungen gewarnt, da der Fokus derzeit auf Wachstumschancen liege und der Konzern dafür viel Geld ausgeben müsse.

Tatsächlich erfordert die Beschleunigung von Cloud-Geschäften Investitionen in Technologie, Produkte und Werbung. Zudem sind die Cloud-Produkte zunächst nicht so rentabel wie teure Softwarepakete bei einem einmaligen Lizenzverkauf. Allerdings sollen sie sich über die Laufzeit und eine höhere Kundenbindung nach und nach auszahlen, denn die Cloud-Software wird entweder als Abo oder über Nutzungsgebühren bezahlt. Die Aktionäre reagierten verhalten auf die Zahlen. Der SAP-Kurs an der Frankfurter Wertpapierbörse legte am Morgen um gut ein Prozent zu.

Auch ein Blick auf die Gewinnaussichten in diesem Jahr sorgte zunächst für Enttäuschung. Hier peilt SAP ein weitgehend stabiles operatives Ergebnis an, das auch um bis zu fünf Prozent sinken könnte. Analysten hatten mehr erwartet. Allerdings sollen die Umsätze vor allem im Cloud-Geschäft weiter zweistellig wachsen. CEO Klein rechnet mit einem Umsatzplus von 23 bis 26 Prozent – ​​schnelleres Wachstum als im Vorjahr. Der Produktabsatz soll hingegen nur um vier bis sechs Prozent wachsen.

„Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für SAP, um sich neu aufzustellen, stabile Lieferketten aufzubauen und sich auf dem Weg in die Cloud zu zukunftsfähigen Unternehmen zu entwickeln“, sagt CEO Klein, der das Rundum-Angebot „Rise with SAP“ an die Kunden gebracht hat eine bessere Hand beim Wechsel in die Cloud.

Vor gut einem Jahr war Klein noch damit beschäftigt, sein neues Board of Directors um Marketing Director Julia White vorzustellen und seine Cloud-Strategie zu erläutern, mit der er sich über kurz oder lang aus dem durch Corona ruinierten traditionellen Software-Lizenzgeschäft verabschieden wird Krise wollen. Genau wie seine US-Konkurrenten Salesforce, Workday oder Oracle setzt SAP daher auf den Verkauf flexiblerer Web-Abonnements, die in der Regel regelmäßig und nicht einmalig bezahlt werden, was den Umsatz planbarer macht.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare