Freitag, Juni 24, 2022
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Landwirtschaftsminister Özdemir: Lebensmittel werden wohl noch teurer

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BErnährungsminister Cem Özdemir rechnet mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen und setzt sich deshalb für eine Entlastung armer Haushalte hierzulande ein. Der Grünen-Politiker sagte dem „Tagesspiegel“ (Freitag), dass die Lebensmittelpreise ihren Höhepunkt wohl noch nicht erreicht hätten. Viele Hersteller müssen nun mehr Geld für Energie ausgeben und an die Kunden weitergeben. Eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse, wie sie von sozialen Organisationen gefordert wird, fände er gut, „weil der Konsum gerade für die Armen eine große Rolle spielt und weil das auch zu einer gesunden Ernährung beitragen würde“, sagte er. Er befürchtet aber, dass es derzeit keine Mehrheit in der Regierungskoalition mit SPD und FDP gibt.

An diesem Freitag veranstalten sein Landwirtschaftsministerium, das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium die Konferenz „Gemeinsam für globale Ernährungssicherung“. Ein Thema sind Lösungen für blockierte Getreideexporte wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine.

Özdemir forderte die internationale Gemeinschaft auf, nach dauerhaften Alternativen zum üblichen Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer zu suchen. Langlebige und leistungsstarke Alternativen sind gefragt. Für diese globale Aufgabe müssten die EU, die USA und vor allem die Wirtschaft mitziehen. Denkbar ist beispielsweise der Bau einer neuen Breitspur-Eisenbahnverbindung zwischen der Ukraine und den baltischen Häfen. Exporte über die Donau seien möglicherweise auch am effektivsten, sagte der Grünen-Politiker.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Özdemir und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) luden am Vormittag zu einer Pressekonferenz. Aufgrund fehlender Exporte aus der Ukraine infolge des russischen Krieges gegen das Land ist in einigen Ländern, beispielsweise in Afrika und Asien, mit Lieferengpässen zu rechnen. Geringere Mengen haben die Preise in die Höhe getrieben.

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