Donnerstag, Juni 23, 2022
StartWIRTSCHAFTLive Entertainment Award: Kein Ende der Krise für die Veranstaltungsbranche

Live Entertainment Award: Kein Ende der Krise für die Veranstaltungsbranche

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Das gibt es in Frankfurt schon lange nicht mehr: Stars und Sternchen posieren auf dem roten Teppich. Je bekannter der Name, desto schneller klicken die Kameras der Fotografen. Eine Assistentin drapiert die Haare der Tänzerin Motsi Mabuse über ihr rosa Kleid. Sängerin Yvonne Catterfeld strahlt in die Kameras, beide Hände in die Hüften gestemmt. Für einen Moment scheint alles wieder wie vor der Pandemie zu sein. Nichts erinnert daran, dass vor einem Jahr unter der Kuppel der Festhalle die Frankfurter gegen das Coronavirus geimpft wurden. Trotzdem wurde hier am Mittwochabend nicht gefeiert. Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause wurden die Life Entertainment Awards (LEA) erneut verliehen. Seit 2006 würdigt der Preis herausragende Leistungen in der Veranstaltungsbranche. Statt der Stars auf der Bühne stehen Konzertagenturen, Manager und Venue-Betreiber im Mittelpunkt des Abends. Der LEA wird vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft und mehreren Unternehmen der Veranstaltungsbranche initiiert. Die Jury besteht aus Musikjournalisten und Branchenvertretern.

Besonders laut sind die Blitzlichter bei Roland Kaiser. Der Schlagersänger holt derzeit eine wegen der Pandemie verschobene Tournee nach. „Es fühlt sich großartig an, wieder auf der Bühne zu stehen“, sagt er. Am Mittwoch gewann er den LEA für die beste Tour in den Pandemiejahren 2020 und 2021. Bis zu 5000 Zuschauer feierten bei einigen seiner Konzerte mit einem Hygienekonzept – die „geschenkte Hoffnung“ in der Pandemie, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Branche werde das „Vor-Pandemie-Niveau“ nicht vor 2024 erreichen, sagt Kaiser. Er nimmt den Preis in Form einer stilisierten Konzertkarte aus massiver Bronze stellvertretend für die Konzertagentur Semmel Concerts Entertainment entgegen, die seine Auftritte während der Pandemie organisiert hat. „Die Branche hat zwei schwierige Jahre hinter sich“, sagt Kaiser. Er wünscht allen eine baldige Rückkehr zur Normalität.

Davon ist die Branche jedoch weit entfernt. Der Krisenmodus herrscht immer noch. „Wir freuen uns auf einen schönen Abend mit unserem Team, haben aber auch Sorgen“, sagt Oliver Hoppe vor der Siegerehrung. Hoppe ist Geschäftsführer der Konzertagentur Wizard Promotions. 2017 übernahm er den Posten von seinem Vater. Das Frankfurter Unternehmen betreut unter anderem die Deutschlandtourneen von Iron Maiden, Kiss und den Scorpions. „Von Aufbruchsstimmung kann keine Rede sein“, sagt Hoppe. Die Krise ist für die Veranstaltungsbranche noch nicht vorbei, auch wenn derzeit viele Konzerte nachgeholt werden. Die Unternehmen sehen sich mit stark gestiegenen Preisen konfrontiert. Die verschobenen Veranstaltungen sind 20 bis 30 Prozent teurer als geplant. Hoppe zählt auf: Das Benzin für die Lastwagen, die das Equipment transportieren, die Mietpreise für Veranstaltungsorte, die Verpflegung der Mitarbeiter, die Löhne – die Kosten sind explodiert.

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