Donnerstag, Januar 27, 2022
StartWIRTSCHAFTMindestens 40 Prozent von der Leyen plant eine europaweite Frauenquote

Mindestens 40 Prozent von der Leyen plant eine europaweite Frauenquote

- Anzeige -


Seit 2015 gibt es in Deutschland eine Frauenquote in Aufsichtsräten. Mit der neuen Bundesregierung sieht Ursula von der Leyen nun eine Chance, diese Quote europaweit mit entsprechender Mehrheit durchzusetzen: Ein zehn Jahre alter Gesetzentwurf soll zu diesem Zweck wiederbelebt werden.

Nach dem Regierungswechsel in Deutschland hofft EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf eine Mehrheit für eine europaweite Frauenquote in den Aufsichtsräten großer Unternehmen. Wie die „Financial Times“ berichtet, soll ein vor Jahren auf Eis gelegter Gesetzesvorschlag wiederbelebt werden. Demnach sollen künftig mindestens 40 Prozent der Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Kleine und mittlere Unternehmen sollen nicht betroffen sein.

Mit der neuen Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP bestehe die Hoffnung, dass Deutschland seinen Widerstand aufgibt, sagte der CDU-Politiker dem Bericht zufolge. „Es ist an der Zeit, dieses Dossier voranzubringen.“ Hintergrund ist ein Entwurf, der vor zehn Jahren diskutiert wurde.

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel begrüßte den Schritt. Die vorgeschlagene Richtlinie über Führungspositionen könnte der Gleichstellung von Männern und Frauen europaweit Auftrieb verleihen, sagte der Spiegel am Donnerstag. „Als Bundesfrauenministerin werde ich mich dafür einsetzen, dass Deutschland und andere Mitgliedstaaten die Gleichstellung in Europa fördern.“

Unter der damaligen EU-Justizkommissarin Viviane Reding gab es 2012 eine entsprechende Initiative, die jedoch von der Bundesregierung unter Ex-Kanzlerin Angela Merkel abgelehnt wurde. Damals waren nur 15,6 Prozent der Aufsichtsräte in Deutschland Frauen. Unter den EU-Staaten gab es keine ausreichende Mehrheit. Von der Leyen war damals in Merkels Kabinett.

Seit 2015 gibt es in Deutschland eine Frauenquote für Aufsichtsräte – 30 Prozent für besonders große Unternehmen. Zudem hatte sich die ehemalige Große Koalition aus Union und SPD im vergangenen Jahr kurz vor der Sommerpause auf eine Quote für Vorstandsmitglieder geeinigt. Neben dem Regierungswechsel hofft die EU-Kommission nun auch auf Rückenwind aus Frankreich, das seit dem 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft innehat. 2011 wurde dort in den Unternehmen eine Geschlechterquote eingeführt, die seit 2017 bei 40 Prozent liegt.

Der jetzt erneut diskutierte Vorschlag der EU-Kommission sieht keine Sanktionen für Unternehmen vor, die die Quote nicht einhalten. Sie müssen jedoch erklären, warum Sie die Anforderung nicht erfüllen. Darüber hinaus könnten EU-Staaten auf nationaler Ebene Sanktionen verhängen. Wenn es jetzt eine Mehrheit unter den EU-Staaten gibt, muss das Europäische Parlament zustimmen.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare